Yachthafen

Vermögenskonzentration sinkt – aber langsam

Eine weltweit sinkende Vermögenskonzentration – allerdings im Schneckentempo – konstatiert der aktuelle Allianz Global Wealth Report 2021. Trotz des Aufstiegs der Schwellenländer und der gravierenden Verschiebungen in der globalen Vermögensverteilung in den letzten zwei Jahrzehnten sei die Konzentration der Finanzvermögen auf globaler Ebene nach wie vor extrem hoch, heißt es in dem Bericht. Dies werde deutlich, wenn man die Gesamtbevölkerung der analysierten Länder auf der Grundlage des Nettofinanzvermögens nach Bevölkerungsdezilen aufschlüssele.

Dabei zeige sich, dass die reichsten 10 Prozent der Weltbevölkerung – rund 520 Millionen Menschen in den betrachteten Ländern mit einem durchschnittlichen Netto-Geldvermögen von 250.000 Euro – im Jahr 2020 zusammen mehr als 84 Prozent des gesamten Netto-Geldvermögens besaßen; darunter besaß das reichste 1 Prozent – mit einem durchschnittlichen Netto-Geldvermögen von mehr als 1,2 Millionen Euro – fast 41 Prozent. So ungleich die Vermögen im globalen Maßstab auch verteilt sind, diese Anteile sind im Laufe der Zeit gesunken: Zur Jahrtausendwende lagen die entsprechenden Werte noch bei 91 Prozent bzw. 43 Prozent.

Sinkende Vermögenskonzentration: Weltweite Armut zurückgegangen

Es überrasche nicht, so die Studienautoren, dass die Mehrheit der Menschen in den untersuchten Ländern nach wie vor zur globalen Schicht der Geringverdiener gehöre. Insgesamt gehörten knapp 3,9 Milliarden Menschen in den untersuchten Ländern zu dieser Klasse; ihr Anteil liege 2020 bei 75 Prozent – über 4 Prozentpunkte unter dem Wert des Jahres 2000. Die Anteile der beiden anderen Vermögensklassen sind entsprechend leicht gestiegen.

Die unterschiedliche Dynamik der Vermögensklassen wird unter anderem deutlich, wenn man ihr Wachstum ins Verhältnis zum allgemeinen Bevölkerungswachstum im Zeitraum von 2000 bis 2020 setzt: Die niedrige Vermögensklasse wuchs weltweit viel langsamer, während die Ober- und Mittelschicht viel schneller wuchs als die Gesamtbevölkerung. Insgesamt deuteten die Zahlen darauf hin, dass die weltweite Armut in den letzten zwei Jahrzehnten zurückgegangen sei (s. a. zum Nutzen der Globalisierung) – wenn auch sicherlich nicht in dem Maße, wie es wünschenswert gewesen wäre, schlussfolgert der Report (s. folgende Abbildung).

Vermögenskonzentration: Anteil und Wachstum der Vermögensklassen in %, 2000-2020

Betrachtet man die Netto-Finanzvermögen pro Kopf liegt Deutschland mit 61.760 Euro im globalen Ranking auf Platz 18. Platz 1 belegen die USA mit 218.469 Euro, gefolgt von der Schweiz mit 212.052 Euro, Dänemark mit 149.241 Euro, den Niederlanden mit 128.557 Euro und Schweden mit 124.763 Euro.

1 Kommentar zu „Vermögenskonzentration sinkt – aber langsam“

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