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	<title>Ungleichheit &#8211; Vermögensperspektiven</title>
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	<description>Journal für die Diskussion der gesellschaftlichen Aspekte von Vermögen.</description>
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	<title>Ungleichheit &#8211; Vermögensperspektiven</title>
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		<title>Die Oxfam-Obsession</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Dr. Nicolai Hammersen]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 01 Feb 2023 13:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>
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					<description><![CDATA[<p><a rel="nofollow" href="https://vermoegensperspektiven.de">Vermögensperspektiven</a><br />
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<a rel="nofollow" href="https://vermoegensperspektiven.de">Vermögensperspektiven - Journal für die Diskussion der gesellschaftlichen Aspekte von Vermögen.</a></p>
<p>Alle Jahre wieder dasselbe Ritual: Anlässlich des World Economic Forum (WEF) in Davos veröffentlicht die Entwicklungsorganisation Oxfam ihren „Ungleichheitsbericht”. Nach unseren Recherchen geschieht das in dieser Form seit 2014. Vereinfacht lässt sich die Kernbotschaft dieser Berichte mit „Die Reichen werden [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://vermoegensperspektiven.de/die-oxfam-obsession/">Die Oxfam-Obsession</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://vermoegensperspektiven.de">Vermögensperspektiven</a> und wurde geschrieben von <a rel="nofollow" href="https://vermoegensperspektiven.de/author/nicolaihammersen/">Dr. Nicolai Hammersen</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><a rel="nofollow" href="https://vermoegensperspektiven.de">Vermögensperspektiven</a><br />
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<a rel="nofollow" href="https://vermoegensperspektiven.de">Vermögensperspektiven - Journal für die Diskussion der gesellschaftlichen Aspekte von Vermögen.</a></p>

<p>Alle Jahre wieder dasselbe Ritual: Anlässlich des World Economic Forum (WEF) in Davos veröffentlicht die Entwicklungsorganisation Oxfam ihren „Ungleichheitsbericht”. Nach unseren Recherchen geschieht das in dieser Form seit 2014. Vereinfacht lässt sich die Kernbotschaft dieser Berichte mit „Die Reichen werden immer reicher, die Armen immer ärmer” zusammenfassen. Für Oxfam ist die Lösung für diese von ihr diagnostizierte Entwicklung klar: deutlich mehr Umverteilung durch Vermögensteuern, Erbschaftsteuern etc. Die mediale Berichterstattung zu den Oxfam-Berichten folgt Jahr für Jahr auf dem Fuße. Illustriert werden die Artikel üblicherweise mit Bildern großer Yachten, die in irgendeinem Hafen auf ihre „superreichen” Besitzer warten.</p>



<p>Das „Wörterbuch der Soziologie” von Hartfiel/Hillmann (3. Aufl. 1982) definiert „Ritual” wie folgt: „‚Übung’, ‚Brauchtum’, expressiv betonte Haltung mit großer Regelmäßigkeit des Auftretens in gleicher Situation u. mit gleichem Ablauf. R.e sind zumeist traditionell ‚festgefahren’. Beim Auftreten oder bei der Annäherung entspr. Situationen tendieren die Verhaltenspartner spontan bzw. ohne bes. Entscheidung u. ohne Nachdenken über Funktion u. damit ‚Sinn’ ihres Tuns zum R.”</p>



<p>Eine sehr treffende Beschreibung für das, was alljährlich im Januar mit dem „Ungleichheitsbericht” von Oxfam abläuft. Dabei ist es nicht so, dass es über Ungleichheit und Verteilung nichts zu diskutieren gäbe. Im Gegenteil. Nur zeigt die Art und Weise, wie Oxfam das Thema behandelt, „zunehmend obsessive Züge”, <a href="https://www.nzz.ch/meinung/oxfam-studie-beschaeftigung-mit-reichsten-zeigt-obsessive-zuege-ld.1721461" target="_blank" rel="noreferrer noopener">wie Christoph Eisenring in seinem Kommentar in der <em>NZZ </em>anlässlich der Vorlage des jüngsten Oxfam-Berichts angemerkt hat</a>.</p>



<p>Eine Tour d’Horizon durch die Berichte der letzten zehn Jahre zeigt dies.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Die Oxfam-Berichte 2014-2023</h3>



<p>Schon <a href="https://www-cdn.oxfam.org/s3fs-public/file_attachments/bp-working-for-few-political-capture-economic-inequality-200114-en_3.pdf" target="_blank" rel="noreferrer noopener"><strong>2014</strong> spricht Oxfam</a> von einer „growing tide of inequality” und „extreme economic inequality” sowie von „extreme levels of wealth concentration”. Zu den Empfehlungen an das WEF gehört unter anderem „(to) support progressive taxation on wealth and income”. Außerdem sei die Eindämmung der „power of the rich to influence political processes and policies that best suit their interests” erforderlich.</p>



<p>„Global wealth is becoming increasing concentrated among a small wealthy elite”, heißt es in dem <a href="https://www-cdn.oxfam.org/s3fs-public/file_attachments/ib-wealth-having-all-wanting-more-190115-en.pdf" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Oxfam-Bericht im Januar <strong>2015</strong></a>. Hier taucht auch die Berechnung auf, nach der die 80 reichsten Personen der Welt genauso viel Vermögen besitzen, wie die untere Hälfte der Weltbevölkerung. Auch wenn der 2015er-Bericht von einer „inequality explosion” und „extreme inequality” spricht, ist der Ton (ähnlich wie 2014) insgesamt noch moderat. Für eine gerechte Verteilung der Steuerlast, um gleiche Ausgangsbedingungen zu schaffen, fordert Oxfam: „shifting the tax burden away from labour and consumption and towards wealth, capital and income from these assets; (…) national wealth taxes and exploration of a global wealth tax”. Das ist aber nur eine von insgesamt neun Forderungen zur Bekämpfung der Ungleichheit.</p>



<p><strong>2016</strong> gibt es erstmals eine deutsche Kurzfassung des umfangreicheren englischen Berichts. Sie trägt den Titel <a href="https://www.oxfam.de/system/files/20170116-oxfam-factsheet-wirtschaftssystem-fuer-alle.pdf" target="_blank" rel="noreferrer noopener">„Ein Wirtschaftssystem für die Superreichen. Wie ein unfaires Steuersystem und Steueroasen die soziale Ungleichheit verschärfen”</a>. Die Spirale der wachsenden sozialen Ungleichheit drehe sich weiter, heißt es einleitend, und werde weltweit zu einem „immer größeren Problem”: Mittlerweile besitze ein Prozent der Weltbevölkerung mehr Vermögen als der Rest der Welt zusammen. Nur 62 Menschen besäßen genauso viel wie die ärmere Hälfte der Weltbevölkerung. Ein wesentlicher Grund für die zunehmende Konzentration und Ungleichverteilung von Vermögen und Einkommen seien die hohen Renditen, die durch Kapitalanlagen erzielt würden und der geringe Lohnzuwachs bei Angestellten und Arbeitern. Oxfam fordert ein Ende der Steueroasen und mehr Steuergerechtigkeit. Hierzu müssten unter anderem „Vermögen, Kapitalgewinne und hohe Einkommen deutlich stärker besteuert werden”.</p>



<p>Laut dem Oxfam-Bericht von <strong>2017</strong> <a href="https://www.oxfam.de/system/files/20170116-oxfam-factsheet-wirtschaftssystem-fuer-alle.pdf" target="_blank" rel="noreferrer noopener">„Ein Wirtschaftssystem für alle. Auswege aus der Ungleichheitskrise”</a> besitzen inzwischen die acht reichsten Personen zusammenen genauso viel Vermögen wie die ärmere Hälfte der Weltbevölkerung (die Zahl wurde ein Jahr später aufgrund aktuellerer Daten auf 61 korrigiert, 2019 auf 49). Es gebe ein „ungekanntes Maß sozialer Ungleichheit”. Daher brauchten wir ein Wirtschaftsystem, „in dem Menschen wichtiger sind als Profite”, fordert Oxfam. Zu den Ursachen von Ungleicheit gehörten die „falschen” Annahmen, der Markt könne Probleme grundsätzlich besser lösen als der Staat und Wirtschaftswachstum solle das Hauptziel politischen Handelns sein. Diese Fehlannahmen hätten Anreize für eine Unternehmenspolitik mit „verheerenden Auswirkungen” gesetzt, darunter Shareholder-Value-Orientierung und „aggressive Steuervermeidung”. Neben fairen Löhnen und höheren Investitionen in Bildung, Gesundheit und soziale Sicherung fordert Oxfam Steuergerechtigkeit als weiteres Kernelement einer humaneren, soziale Ungleichheit reduzierenden Wirt­ schaftsordnung: „Multinationale Kon­zerne und reiche Einzelpersonen müssen sich ihrer gesellschaftlichen Verantwortung stellen und ihren fairen Beitrag zum Gemeinwohl leisten.”</p>



<p>„Die globale Ungleichheit spitzt sich zu”, schreibt Oxfam im Januar <strong>2018</strong> in seinem Bericht <a href="https://www.oxfam.de/system/files/factsheet_deutsch_-_der_preis_der_profite_-_zeit_die_ungleichheitskrise_zu_beenden.pdf" target="_blank" rel="noreferrer noopener">„Der Preis der Profite. Zeit, die Ungleichheitskrise zu beenden”</a>. 82 Prozent des globalen Vermögenswachstums seien 2017 an das reichste Prozent der Weltbevölkerung gegangen, während das Vermögen der ärmeren Hälfte der Weltb­evölkerung stagniert habe. Das reichste Prozent der Weltbevölkerung besitze über die Hälfte des globalen Vermögens – mehr als die übrigen 99 Prozent zusammengenommen. Mehr und mehr wird die Ungleichheit laut Oxfam zu einem Geschlechterphänomen, denn: Die großen Gewinner seien „vorrangig Männer des globalen Nordens. Die Verliererinnen sind hauptsächlich Frauen, insbesondere im globalen Süden.” Zwar weist Oxfam darauf hin, dass die Einkommensungleichheit global gesehen abnimmt, insgesamt sei sie „jedoch nach wie vor extrem hoch”. Die Vermögensungleichheit habe sich auf globaler Ebene „drastisch verschärft”. Auch die nationale Vermögensungleichheit habe „vielerorts weiter zugenommen” (auch in Deutschland).</p>



<p>Die strukturellen Ursachen für die wachsende Ungleichheit seien weltweit ähnlich: „Unser Wirtschaftssystem stellt die Profitinteressen einer kleinen Gruppe über das Wohl der großen Mehrheit.” Das zeige sich insbesondere an der Fixierung auf Aktiengewinne, an Steuervermeidung, einer „überzogenen Sparpolitik” und Privatisierungen sowie in der „Beschränkung der Rechte von Zivilgesellschaft” und Arbeitnehmern. Drei Politikfelder sind für Oxfam „zentral, um die weltweite Einkommens- und Vermögensungleichheit zu verringern: Änderungen in der Steuerpolitik (u.a. Trockenlegung der Steueroasen, Einführung einer Finanztransaktionssteuer), eine gerechte Einkommensp­olitik sowie Investitionen in öffentliche Bildungs- und Gesundheitssysteme.</p>



<p>Auch laut dem Bericht von Januar <strong>2019</strong> <a href="https://www.oxfam.de/system/files/oxfam_factsheet_deutsch_im-oeffentlichen-interesse-ungleichheit-bekaempfen-in-soziale-gerechtigkeit-investieren.pdf" target="_blank" rel="noreferrer noopener">„Im öffentlichen Interesse. Ungleichheit bekämpfen, in soziale Gerechtigkeit investieren”</a> „boomt” Ungleichheit. In den zehn Jahren seit dem Beginn der Finanz- und Wirtschaftskrise seien die Vermögen der Reichsten drastisch gestiegen. Die Zahl der Milliardäre habe sich in dieser Zeit fast verdoppelt. „Dramatisch zurückgegangen” sei dagegen das Tempo, in dem „extreme Armut” reduziert worden sei: Es habe sich seit 2013 halbiert. Um Steuern „gerecht und sozial” zu gestalten fordert Oxfam die Bundesregierung und Deutschlands Repräsentanten in den EU-Institutionen auf, die Steuervermeidung zu stoppen, den „ruinösen Wettbewerb um die geringste Unternehmens­besteuerung innerhalb und außerhalb der EU” zu beenden, um so Konzerne „angemessen” zu besteuern, und schließlich „Superreiche stärker in die Verantwortung (zu) nehmen” durch eine „weltweite Vermögenssteuer”. Erbschaft- und Vermögensteuern seien von zentraler Bedeutung, um Chancengleichheit zu fördern sowie „ererbte Macht und Privilegien” zu verringern.</p>



<p>Der Oxfam-Report <a href="https://www.oxfam.de/system/files/2020_oxfam_ungleichheit_studie_deutsch_schatten-der-profite.pdf" target="_blank" rel="noreferrer noopener">„Im Schatten der Profite. Wie die systematische Abwertung der Hausarbeit, Pflege und Fürsorge Ungleichheit schafft und vertieft”</a> stellt im Januar <strong>2020</strong> fest: „Die soziale Ungleichheit ist unerträglich hoch. Die ärmere Hälfte der Weltbevölkerung besitzt gemeinsam nicht einmal ein Prozent des globalen Vermögens.” Einem Prozent der Menschheit gehörten 45 Prozent des globalen Vermögens. An der Spitze der Vermögensverteilung stünden 2.153 Personen, die jeweils über mehr als eine Milliarde US-Dollar Privatvermögen verfügten. Nach Angaben der Weltbank habe 2015 etwa jeder Zehnte von weniger als 1,90 US-Dollar pro Tag gelebt – insgesamt seien das 736 Millionen Menschen.</p>



<p>In einer Fußnote erläutert Oxfam, die Zahl der Menschen in extremer Armut weltweit sei von 1,9 Milliarden im Jahr 1990 auf 736 Millionen im Jahr 2015 gesunken. Anstatt diesen bemerkenswerten Rückgang um 158 Prozent positiv hervorzuheben, schreibt Oxfam: „Zwar ist diese Zahl (der Menschen in extremer Armut; N.H.) in den vergangenen Jahren gesunken, doch die Geschwindigkeit, in der extreme Armut abnimmt, hat sich zugleich halbiert.” Und zwar seit 2013 von zuvor ca. 1 Prozent pro Jahr auf etwa 0,6 Prozent pro Jahr (was keine Halbierung ist).</p>



<p>Für eine „verteilungs- und geschlechtergerechte Steuerpolitik” fordert Oxfam, dass „Vermögende durch progressive Vermögens-, Erbschafts- und Kapitalertragssteuern sowie eine umfassende Finanztransaktionssteuer ihren gerechten Beitrag zum Allgemeinwohl leisten”. Darüber hinaus müsse die Bundesregierung Steuervermeidung stoppen und für eine gerechte Besteuerung von Konzernen weltweit sorgen.</p>



<p>Im Januar <strong>2021</strong> erschien der erste Oxfam-Bericht seit Ausbruch der Corona-Pandemie. Titel: <a href="https://www.oxfam.de/system/files/documents/oxfam_factsheet_ungleichheitsvirus_062021.pdf" target="_blank" rel="noreferrer noopener">„Das Ungleichheitsvirus. Wie die Corona-Pandemie Ungleichheit verschärft und warum wir unsere Wirtschaft gerechter gestalten müssen”</a>. Als Folge der Corona-Pande­mie drohe die Ungleichheit erstmals in fast allen Ländern gleichzeitig anzusteigen, bemerkt Oxfam. Diese Krise verschärfe die vorher schon „dramatischen Unterschiede zwischen Arm und Reich”. Bereits neun Monate nach Ausbruch der Pandemie hätten die 1.000 reichsten Milliardäre – „hauptsächlich weiße Männer” – wieder so viel Vermögen wie in der Zeit vor COVID-19. Für die ärmsten Menschen der Welt könnte die Erholung dagegen 14-mal länger dauern, also länger als ein Jahrzehnt.</p>



<p>Wie unter einem Brennglas zeigten sich in der Pandemie die „vielfältigen Formen der Unterdrückung und Marginalisierung, denen Menschen unter anderem aufgrund ihres Geschlechts, ihrer Sexualität, ihres Alters, einer Behinderung sowie im Zuge von Rassismus und Klassismus ausgesetzt sind”. Diese „Diskriminierungen” seien wiederum „in Strukturen von Privilegien und Unterdrückung verwurzelt, die durch Jahrhunderte von Patriarchat, Kolonialismus und strukturellem Rassismus (…) geformt wurden”. Mehr und mehr wird deutlich, dass die Narrative der <a href="https://www.bpb.de/system/files/dokument_pdf/APuZ_2019-09-11_online_v2.pdf" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Identitätspolitik</a> und der sogenannten <a href="https://www.britannica.com/topic/critical-race-theory" target="_blank" rel="noreferrer noopener">„Critical Race Theory”</a> Eingang in die Argumentation von Oxfam finden. Extreme Ungleichheit sei letztendlich das Produkt eines „nicht funktionierenden Wirtschaftssystems, das seine Wurzeln in neoliberalen Denkansätzen hat und einige wenige Reiche und Mächtige durch Vereinnahmung von Politik und Wirtschaft begünstigt. In den Händen einer weißen, zumeist männlichen Gruppe häufen sich so riesige Profite an, auf Kosten von Menschen in prekären Situationen sowie Frauen, BIPoC (das Kürzel soll für „Black, Indigenous, People of Color” stehen; N.H.) und anderen historisch marginalisierten und unterdrückten Gruppen.”</p>



<p>Der „unverhältnismäßige Ein­fluss von Großk­onzernen auf politische Entscheidungen” sei einer der Hauptgründe dafür, dass ihre Gewinne und Vermögen weiter stiegen und die gegenwärtigen ungleichen Strukturen fortbestünden. Ein Grundproblem sei, „dass einige wenige Konzerne immer mehr Macht an sich reißen, den Markt sowie die Politik beherrschen und extrem hohe Profite erzielen. Die Folge: Superreiche gewinnen, Menschen in Lohnarbeit verlieren. Die Schere zwischen Arm und Reich wird so immer größer. Eine Hauptursache der sozialen Ungleichheit liegt damit im Marktgeschehen selbst.” Auch der 2021-er Bericht von Oxfam enthält die sattsam bekannten Forderungen nach einer stärken Besteuerung großer Vermögen und einer „umfassenden Finanztransaktionssteuer”, ergänzt um eine „einm­­alige Steuer auf in der Corona-­Krise ent­stehende außergewöhnliche Ge­win­ne von Konzernen”.</p>



<p><a href="https://www.oxfam.de/system/files/documents/oxfam_factsheet_gewaltige_ungleichheit.pdf" target="_blank" rel="noreferrer noopener">„Gewaltige Ungleichheit. Warum unser Wirtschaftssystem von struktureller Gewalt geprägt ist und wie wir es gerechter gestalten können”</a>, so betitelte Oxfam seinen Bericht im Januar <strong>2022</strong>. Einmal mehr liegen die Ursachen der „sich verschärfenden Ungleichheitskrise” – „Rekordgewinne” für Konzerne und Milliardäre einerseits und „zunehmende Armut” andererseits – in unserem Wirtschaftssystem, das von „struktureller wirtschaftlicher Gewalt” geprägt sei. Gefordert wird daher ein „grundlegend anderes Wirtschaftssystem”, „in dem wirtschaftliche Entscheidungen demokratisch gefällt werden und dessen handlungsleitendes Prinzip nicht der Profit, sondern das Gemeinwohl ist”. Stattdessen habe das reichste Prozent der Weltbevölkerung seit 1995 fast 20-mal mehr Vermögen angehäuft als die ärmsten 50 Prozent der Menschheit zusammen (zur globalen Ungleichheit siehe auch das <a href="https://www.capital.de/wirtschaft-politik/globale-ungleichheit-die-datenlage-zur-vermoegensverteilung-ist-katastrophal" target="_blank" rel="noreferrer noopener"><em>Capital-</em>Interview mit Andreas Peichl</a>, Leiter des ifo Zentrums für Makroökonomik und Befragungen und Professor für Volkswirtschaftslehre an der Ludwig-Maximilians-Universität München, über die Datenlage zur Vermögensverteilung und die selektive Methodik von Oxfam). Als die Corona-Pandemie begann, habe fast die Hälfte der Menschheit – 3,2 Milliarden Menschen – unterhalb der von der Weltbank definierten erweiterten Armutsgrenze von 5,50 Dollar pro Tag gelebt. Heute seien es aufgrund der Pandemie weltweit 163 Millionen Menschen zusätzlich.</p>



<p>Interessant ist hier die Erläuterung zur Armutsgrenze in einer Fußnote: Die Weltbank definiere drei Armutsgrenzen: 1,95 Dollar für extreme Armut, 3,20 Dollar und 5,50 Dollar, heißt es dort. „Oxfam verwendet hauptsächlich die Grenze von 5,50 Dollar, weil wir davon überzeugt sind, dass diese das genaueste Bild von Armut vermittelt. Eine ausschließliche Konzentration auf extreme Armut ist nicht hilfreich, da sie Milliarden von Menschen, die tagtäglich mit Armut konfrontiert und die nur einen Schritt vom Elend entfernt sind, übersieht.” Die Verwendung der Armutsgrenze von 5,50 Dollar hat natürlich nicht zuletzt taktische Gründe. Da Oxfam im Januar 2020 (ebenfalls in einer Fußnote) konstatieren musste, die Zahl der Menschen in extremer Armut sei weltweit von 1,9 Milliarden im Jahr 1990 auf 736 Millionen im Jahr 2015 zurückgegangen (s. oben), schadet das der eigenen Argumentation, nach der Armut ständig zunimmt. Da bietet es sich an, die „erweiterte Armutsgrenze” von 5,50 Dollar zu verwenden, da sich so viel mehr Menschen wenn nicht als arm, so doch aber als „mit Armut konfrontiert” oder „nur einen Schritt vom Elend entfernt” bezeichnen lassen.</p>



<p>Als Kern des Systems „struktureller wirtschaftlicher Gewalt” hat Oxfam die „Doktrin des Shareholder Value” ausgemacht. Für ein gerechteres Wirtschaftssystem, „in dem alle ihren fairen Beitrag leisten und das Gemeinwohl mehr zählt als Profitmaximierung um jeden Preis”, gelte es, „Konzerne und ihre sehr vermögenden Besitzer national und international durch eine progressive Steuerpolitik stärker in die Verantwortung zu nehmen”. Daher solle die Bundesregierung die Vermögensteuer für sehr hohe Vermögen wieder einführen und eine Abgabe auf Vermögen über einer Million Euro prüfen.</p>



<p>In seinem jüngsten Bericht <a href="https://www.oxfam.de/system/files/documents/oxfam_factsheet_davos-2023_umsteuern.pdf" target="_blank" rel="noreferrer noopener">„Umsteuern für soziale Gerechtigkeit”</a>, veröffentlicht im Januar <strong>2023</strong>, konstatiert Oxfam eine „Explosion der sozialen Ungleichheit”, die „immer extremere Ausmaße” annehme. Ein zentraler Baustein für ein Wirtschaftssystem, „in dem das Gemeinwohl aller über dem Profit einiger Weniger steht”, sei die Besteuerung der „reichsten Bevölkerungsteile”, insbesondere des reichsten Prozents, das 45,6 Prozent des weltweiten Vermögens besitze.</p>



<p>„Zum ersten Mal seit 25 Jahren haben extremer Reichtum und extreme Armut gleichzeitig stark zugenommen”, heißt es in dem Bericht. Nach Angaben der Weltbank seien im Jahr 2020 über 70 Millionen Menschen zusätzlich in die extreme Armut gedrängt worden und müssten mit weniger als 2,15 Dollar pro Tag auskommen (die Weltbank hat die Grenze für extreme Armut von 1,90 Dollar auf 2,15 Dollar erhöht). Was Oxfam weglässt, ist der Zusatz „increasing the global total to over 700 million”, der im <a href="https://openknowledge.worldbank.org/bitstream/handle/10986/37739/9781464818936.pdf" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Weltbank-Bericht</a> steht (der Anstieg beläuft sich von 648 auf 719 Millionen). Die Weltbank nennt dies einen „historic setback in the fight against global poverty”. Einerseits stimmt das, da erstmals seit 30 Jahren die Anzahl der Menschen, die in extremer Armut leben, durch die Covid-Pandemie wieder angestiegen ist (s. folgende Abb.).</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="955" height="569" src="https://vermoegensperspektiven.de/wp-content/uploads/2023/02/Flossbach-von-Storch_Entwicklung-der-extremen-Armut-1990-2020.png" alt="Was Oxfam übersieht oder relativiert: Entwicklung der extremen Armut in der Welt seit 1990" class="wp-image-2180" srcset="https://vermoegensperspektiven.de/wp-content/uploads/2023/02/Flossbach-von-Storch_Entwicklung-der-extremen-Armut-1990-2020.png 955w, https://vermoegensperspektiven.de/wp-content/uploads/2023/02/Flossbach-von-Storch_Entwicklung-der-extremen-Armut-1990-2020-300x179.png 300w, https://vermoegensperspektiven.de/wp-content/uploads/2023/02/Flossbach-von-Storch_Entwicklung-der-extremen-Armut-1990-2020-768x458.png 768w" sizes="(max-width: 955px) 100vw, 955px" /></figure>



<p>Andererseits zeigt die absolute Zahl (719 Millionen) verglichen mit der Zahl von 1990 (1,9 Milliarden) immer noch eine bemerkenswerte Entwicklung (siehe dazu auch unseren <a href="https://vermoegensperspektiven.de/vermoegen-wachsen-armut-ruecklaeufig/">Beitrag „Vermögen wachsen weltweit, aber auch die Armut geht zurück”</a>). Beides sollte man im Auge haben.</p>



<p>Bei der „direkten Verringerung von Armut und Ungleichheit” spielt das Steuersystem eine „Schlüsselrolle”, so Oxfam: Eine „progressive Besteuerung” könne mit einer „ambitionierten Ausgestaltung, d.h. z.B. einer sehr hohen Besteuerung des reichsten Prozents einer Gesellschaft”, extreme Vermögensungleichheit „tatsächlich verringern” und die Zahl der Milliardäre reduzieren. Darüber hinaus „(befördert) die Besteuerung großer Vermögen (…) Geschlechtergerechtigkeit und verringert rassistische Ungleichheit”; Steuern für Reiche zu erhöhen sei zudem ein „Beitrag für Klimagerechtigkeit”.</p>



<p>Um die „grassierende Armut und Ungleichheit” zu bekämpfen seien „verschiedene sich ergänzende Arten von Einkommens- und Vermögenssteuern” notwendig. Ziel müsse es sein, durch einen „auf den jeweiligen Länderkontext angepassten Mix von Steuern Reichtum so stark zu besteuern, dass Ungleichheit tatsächlich abgebaut wird”. In Deutschland, Europa und weltweit sollten daher Übergewinne besteuert, die Vermögensteuer wieder eingeführt, Ausnahmen bei der Erbschaftsteuer beendet und eine einmalige „Solidaritätsabgabe” auf Milliarden- und Millionenvermögen erhoben werden.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Kapitalismus ist nicht das Problem, sondern die Lösung</h3>



<p>„Growing tide of inequality” (2014), „inequality explosion” und „extreme inequality” (2015), „Spirale der wachsenden sozialen Ungleichheit” (2016), „ungekanntes Maß sozialer Ungleichheit” (2017), „globale Ungleichheit spitzt sich zu” (2018), „Ungleichheit boomt” (2019), „soziale Ungleichheit ist unerträglich hoch” (2020), „dramatische Unterschiede zwischen Arm und Reich” (2021), „gewaltige Ungleichheit” und „sich verschärfende Ungleichheitskrise” (2022), „Explosion der sozialen Ungleichheit” (2023) – seit zehn Jahren der immer gleiche Alarmismus. Seit zehn Jahren die immer gleiche Verantwortungszuschreibung. Und seit zehn Jahren die immer gleichen Vorschläge, wie das Problem zu lösen sei.</p>



<p>Ist es übertrieben, wenn Christoph Eisenring in der NZZ festhält, die Beschäftigung von Oxfam mit den „Superreichen” zeige „zunehmend obsessive Züge”? Keineswegs!</p>



<p>Dabei ist es nicht so, dass es in den Oxfam-Berichten nicht Punkte gibt, die zurecht angesprochen werden (wie beispielsweise die Praxis einiger großer internationaler Unternehmen, sich der Pflicht zu entziehen, Steuern zu zahlen), über die diskutiert werden muss und für die Lösungen gefunden werden müssen. Auch steht völlig außer Frage, dass die fortgesetzte Bekämpfung extremer Armut weltweit zu den wichtigten Aufgaben gehört. Nur ist die, vorsichtig ausgedrückt, kapitalismuskritische Ursachenbeschreibung von Oxfam, nach der ein von „struktureller wirtschaftlicher Gewalt” geprägtes Wirtschaftssystem, die „kurzfristigen Profitinteressen” der „Großkonzerne” und ihrer Eigentümer, „neoliberale Prinzipien der Gewinnmaximierung”, das Vermögen der „Superreichen” sowie „patriarchale Machtstrukturen” und die „Vorherrschaft” der „weißen Männer” die Ursache allen Übels seien, derart einseitig und ideologiebehaftet, dass eine Verständigung in weite Ferne rückt.</p>



<p>Hinzu kommt: Die Oxfam-Autoren können sich das Wirtschaftsgeschehen offensichtlich nur als Nullsummenspiel vorstellen, bei dem die Summe der Gewinne und Verluste aller Spieler zusammengenommen gleich null ist. Das heißt also, die einen – die Reichen – können nur gewinnen, was die anderen – die Armen – verlieren. Die von Oxfam propagierte Lösung liegt bei dieser Betrachtung natürlich nahe: Nehmt das Geld von den Reichen und gebt es den Armen. Das klingt zwar nach Robin Hood und nach Gerechtigkeit, funktioniert so aber nicht, wie unzählige Beispiele sozialistischer Gesellschaftsversuche gezeigt haben.</p>



<p>Marius Kleinheyer, Senior Research Analyst bei Flossbach von Storch Research Institute, schreibt dazu in seinem <a href="https://www.flossbachvonstorch-researchinstitute.com/de/kommentare/das-politische-geschaeft-mit-der-armut/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Beitrag „Das politische Geschäft mit der Armut”</a>:</p>



<p>„Der expliziten Forderung für Umverteilung liegt die implizite Annahme zu Grunde, dass eine gegebene Menge an Wohlstand ‚gerechter’ verteilt werden müsste. Stattdessen hat die Geschichte und die ökonomische Theorie gezeigt, dass es innerhalb von marktwirtschaftlichen Institutionen keine Grenzen des Wohlstandes gibt. Stattdessen kann durch unternehmerisches Handeln und technologische Innovationen immer mehr Wachstum erzeugt werden. Eine wichtige Grundbedingung dafür ist die Möglichkeit der Kapitalakkumulation. Wenn Oxfam das Schicksal der ärmsten Menschen am Herzen liegt, müssen sie zu Anwälten für mehr Marktwirtschaft insbesondere in Afrika werden. Die Herstellung von Gleichheit dadurch, dass alle gleich arm werden, nützt niemandem.”</p>



<p>Es sind ja gerade die durch die Globalisierung wirkenden marktwirtschaftlichen Prinzipien, die seit 1990 rund 1,2 Milliarden Menschen aus extremer Armut herausgeführt haben (s. dazu auch den Artikel <a href="https://www.welt.de/wirtschaft/article236291245/Die-einen-verdienen-die-anderen-sterben-Oxfams-grosser-Umverteilungs-Irrtum.html" target="_blank" rel="noreferrer noopener">„Der Irrtum vom ‚Wär ich nicht arm, wärst du nicht reich‘“</a> von Dorothea Siems in der <em>Welt</em>). Allerdings hat Oxfam, betrachtet man die förmliche Besessenheit, mit der die Organisation den Kapitalismus als Ursache allen Übels bekämpft, offensichtlich „die effektive Armutsbekämpfung aus den Augen verloren”, wie Christoph Eisenring in der <em>NZZ </em>schreibt.</p>



<p>Wie kann es weitergehen? Jedenfalls nicht so, wie die Debatte aktuell läuft. <a href="https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/steuerpopulismus-die-debatte-ueber-ungleichheit-ist-vergiftet-18603969.html" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Johannes Pennekamp weist in der </a><em><a href="https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/steuerpopulismus-die-debatte-ueber-ungleichheit-ist-vergiftet-18603969.html" target="_blank" rel="noreferrer noopener">F.A.Z.</a> </em>mit Blick auf die Diskussion über Ungleichheit auf einen „toxischen Hang zur Einseitigkeit” hin – auf beiden Seiten der Kontrahenten. Oxfam halte niedrige Steuern für ein Übel der Menschheit, die Familienunternehmer wollten keinen Cent zu viel an den Staat zahlen. „Das Problem ist – wenn es um Steuern, Ungleichheit und Umverteilung geht, reden die beiden Interessengruppen kaum miteinander”, so Pennekamp. Es ergebe keinen Sinn, „die immer selben Satzbausteine zu wiederholen, ohne sich mit den Argumenten der Gegenseite zu befassen”. Das möge den eigenen Anhängern, deren Interessen man vertrete, ein wohliges Gefühl im Bauch verursachen – die Debatte bringe man so aber nicht voran.</p>



<p>Da ist sicher etwas dran. Allerdings ist es schon ein qualitativer Unterschied, wenn einerseits die Familienunternehmer nicht zuletzt aus der berechtigten Sorge um die Attraktivität des Standortes Deutschland heraus (<a href="https://www.familienunternehmen.de/de/pressebereich/meldungen/2023/2023-01-16/deutschland-ist-der-grosse-verlierer-im-standortwettbewerb" target="_blank" rel="noreferrer noopener">aktuell laut ZEW Platz 18 unter 21 Industrienationen</a>) niedrigere Unternehmenssteuern fordern, während sich andererseits Oxfam in seinem betriebsblinden Kampf gegen den Kapitalismus zu Aussagen versteigt wie „Every billionaire is a policy failure” und fordert, die reichsten 1 Prozent müssten dauerhaft mindestens 60 Prozent ihres gesamten Arbeits- und Kapitaleinkommens an Steuern zahlen und Multimillionäre und Milliardäre noch höhere Steuersätze. Da sind die Antipoden schon sehr weit auseinander.</p>



<p>Dennoch wäre es wünschenswert, wenn es gelänge, die Debatte um Ungleichheit und Umverteilung, und wer wie viel Steuern zahlen sollte, zu versachlichen. Dazu müsste wohl vor allem Oxfam aus seinem ideologischen Schützengraben herauskommen und anerkennen, dass es gerade der Kapitalismus ist, der die grundlegenden Mechanismen schafft, um Menschen aus extremer Armut zu befreien. Gelingt Oxfam das nicht, womit nach den Einlassungen der vergangenen zehn Jahre leider zu rechnen ist, wird es auch in den kommenden Jahren zu dem üblichen, „traditionell festgefahrenen” Ritual kommen. Geholfen ist damit niemandem, am wenigsten den Ärmsten weltweit.</p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://vermoegensperspektiven.de/die-oxfam-obsession/">Die Oxfam-Obsession</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://vermoegensperspektiven.de">Vermögensperspektiven</a> und wurde geschrieben von <a rel="nofollow" href="https://vermoegensperspektiven.de/author/nicolaihammersen/">Dr. Nicolai Hammersen</a>.</p>
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		<title>Vermögensverteilung in Deutschland weniger ungleich als gewöhnlich behauptet</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Dr. Nicolai Hammersen]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 14 Feb 2022 14:55:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Altersvorsorgevermögen]]></category>
		<category><![CDATA[Ungleichheit]]></category>
		<category><![CDATA[Vermögensungleichheit]]></category>
		<category><![CDATA[Vermögensverteilung]]></category>
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<p>Geht es um die Vermögensverteilung in Deutschland wird regelmäßig beklagt, sie sei besonders ungleich. Richtig ist: Vermögen sind hierzulande deutlich ungleicher verteilt als Einkommen. Richtig ist aber auch, dass die Vermögensungleichheit nicht so ausgeprägt ist, wie von bestimmter politischer Seite [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://vermoegensperspektiven.de/vermoegensverteilung-weniger-ungleich/">Vermögensverteilung in Deutschland weniger ungleich als gewöhnlich behauptet</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://vermoegensperspektiven.de">Vermögensperspektiven</a> und wurde geschrieben von <a rel="nofollow" href="https://vermoegensperspektiven.de/author/nicolaihammersen/">Dr. Nicolai Hammersen</a>.</p>
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<p>Geht es um die Vermögensverteilung in Deutschland wird regelmäßig beklagt, sie sei besonders ungleich. Richtig ist: Vermögen sind hierzulande deutlich ungleicher verteilt als Einkommen. Richtig ist aber auch, dass die Vermögensungleichheit nicht so ausgeprägt ist, wie von bestimmter politischer Seite immer wieder behauptet wird. Das liegt wesentlich daran, dass die üblichen Betrachtungen zum Nettovermögen eine Komponente überhaupt nicht berücksichtigen: die Vermögensäquivalente aus den Ansprüchen an die Altersvorsorgesysteme. Dabei gibt es nicht erst seit gestern Untersuchungen dazu, wie sich die Hinzuziehung von Rentenansprüchen auf die Vermögensverteilung auswirkt. Um es vorweg zu nehmen: Sie reduziert die Vermögensungleichheit deutlich.</p>



<p>Zuletzt hat darauf im vergangenen Jahr die vom Institut der deutschen Wirtschaft (IW) im Auftrag der vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft erstellte Studie <a href="https://www.vbw-bayern.de/Redaktion/Frei-zugaengliche-Medien/Abteilungen-GS/Sozialpolitik/2021/Downloads/Studie_Gerechtes-Deutschland_final.pdf" target="_blank" rel="noreferrer noopener">„Gerechtes Deutschland – Die Rolle der Vermögen”</a> hingewiesen, <a href="https://vermoegensperspektiven.de/rentenansprueche-reduzieren-vermoegensungleichheit-um-ueber-20-prozent/">die wir in einem früheren Beitrag bereits behandelt haben</a>. Ergebnis: Die Vermögensungleichheit in Deutschland wird durch Anwartschaften&nbsp;aus gesetzlichen, privaten und betrieblichen&nbsp;Altersvorsorgesystemen um mehr als 20 Prozent reduziert. Der&nbsp;<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Gini-Koeffizient" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Gini-Koeffizient</a>&nbsp;sinkt durch die Erweiterung um die Vermögensäquivalente aus der Altersvorsorge im Jahr 2017 von knapp 0,8 auf rund 0,6.</p>



<p>Nun werden Kritiker möglicherweise einwenden, dieser Befund sei erwartbar, schließlich stamme die Untersuchung vom „arbeitgebernahen” Institut der deutschen Wirtschaft und sei im Auftrag der bayerischen Wirtschaftslobby erstellt worden. Diesem möglichen Einwand kann allerdings der Wind aus den Segeln genommen werden. Denn: Die vbw-Studie des IW bestätigt Erkenntnisse aus früheren Forschungen.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Bönke et al. 2016</h3>



<p>So haben Bönke et al. 2016 die wohl erste Analyse für Deutschland vorgelegt, die das Rentenvermögen in einer Analyse der Vermögensungleichheiten für die gesamte deutsche Bevölkerung im Ruhestand und im Nicht-Ruhestand berücksichtigt (<a href="https://www.diw.de/documents/publikationen/73/diw_01.c.538110.de/diw_sp0853.pdf" target="_blank" rel="noreferrer noopener">The joint distribution of net worth and pension wealth in Germany, SOEPpapers 853-2016</a>). Bönke et al. schreiben: „Research on wealth inequality usually focuses on real and financial assets, while pension wealth – the present value of future pension entitlements from public and company pension schemes – receives little attention. This is astonishing, given that pension plans play an important role for material security and well‐being for an overwhelming part of the population and, thus, should be accounted for in peoples’ wealth portfolios.” (S. 1)</p>



<p>Zur Vermögensverteilung kommen die Autoren zu folgendem Ergebnis: „Consistent with previous studies for Germany, the distribution of net worth is very unequal. Here the Gini coefficient is 0.785. The inclusion of pension wealth leads to a marked reduction of the Gini coefficient of roughly 25% to 0.594 for augmented wealth.” (S. 25, siehe folgende Tabelle)</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img decoding="async" width="925" height="388" src="https://vermoegensperspektiven.de/wp-content/uploads/2022/03/SOEPpapers_Inequality-of-wealth-aggregates-2016.jpg" alt="Vermögensverteilung, Vermögensungleichheit (Gini) | Inequality of wealth aggregates" class="wp-image-1577" srcset="https://vermoegensperspektiven.de/wp-content/uploads/2022/03/SOEPpapers_Inequality-of-wealth-aggregates-2016.jpg 925w, https://vermoegensperspektiven.de/wp-content/uploads/2022/03/SOEPpapers_Inequality-of-wealth-aggregates-2016-300x126.jpg 300w, https://vermoegensperspektiven.de/wp-content/uploads/2022/03/SOEPpapers_Inequality-of-wealth-aggregates-2016-768x322.jpg 768w" sizes="(max-width: 925px) 100vw, 925px" /><figcaption>Source: SOEPv30, persons living in private households age 18 and above in 2013 and respondents of the 2012 and 2013 waves.</figcaption></figure>



<p>Es zeigt sich, so Bönke et al., dass die Berücksichtigung des Rentenvermögens wichtige Auswirkungen auf die Verteilung und das Niveau des Vermögens habe. In Deutschland sei die durch den Gini-Koeffizienten gemessene Ungleichheit des erweiterten Vermögens um etwa ein Viertel geringer als die des Nettovermögens. Darüber hinaus sei der Median des erweiterten Vermögens etwa sechsmal so groß wie der Median des Nettovermögens, während der Mittelwert nur doppelt so hoch ist, was auf die hohe Konzentration des Rentenvermögens in der unteren Hälfte der Vermögensverteilung zurückzuführen sei.</p>



<p>Die Untersuchung von Bönke et al. (2016) stütze sich ausschließlich auf Umfragedaten – das deutsche SOEP – um zu zeigen, dass das Rentenvermögen eine wichtige Komponente des individuellen Vermögens in Deutschland sei und dass seine Einbeziehung in die individuelle Vermögensverteilung eine beträchtliche Verringerung der gemessenen Ungleichheit mit sich bringe.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Bönke et al. 2017</h3>



<p>Anfang 2017 legten Bönke et al. eine Folgeuntersuchung vor (<a href="https://www.diw.de/documents/publikationen/73/diw_01.c.554238.de/diw_sp0899.pdf" target="_blank" rel="noreferrer noopener">A Head-to-Head Comparison of Augmented Wealth in Germany and the United States, SOEPpapers 899-2017</a>), die Zahlen zum Vermögen nicht (wie 2016) auf individueller Ebene, sondern auf Haushaltsebene bereitstellt. Das Konzept auf Haushaltsebene spiegele wider, dass Haushalte in der Regel Ressourcen zusammenlegten. Darüber hinaus sei die aktuelle Messung des Rentenvermögens breiter angelegt als die von Bönke et al. (2016), da auch tatsächliche und erwartete Ansprüche auf Hinterbliebenenrenten einbezogen würden. In der Untersuchung von 2017 stellen Bönke et al. die Höhe, die Zusammensetzung und die Ungleichheiten des erweiterten Vermögens der privaten Haushalte – definiert als die Summe aus Nettovermögen und Rentenvermögen – für zwei Länder dar: die Vereinigten Staaten und Deutschland.</p>



<p>„Our results are as follows: The inclusion of pension wealth adds about 48% to average net worth in the United States and 61% in Germany. This reduces the wealth gap between the two countries: While the ratio of average net worth is about 1.8 in favor of the United States (average for United States: US$337,000; Germany: US$182,000), it is considerably lower, 1.4, for augmented wealth (average for United States: US$651,000; Germany: US$473,000). The addition of pension wealth also reduces measured wealth inequalities: In the United States, the Gini coefficient drops from 0.892 for net worth to 0.701 for augmented wealth; in Germany from 0.765 to 0.511.” (S. 3)</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img decoding="async" width="867" height="839" src="https://vermoegensperspektiven.de/wp-content/uploads/2022/03/SOEPpapers_Gini-coefficient-by-wealth-aggregate-2017.jpg" alt="Gini-coefficient of wealth aggregate" class="wp-image-1584" srcset="https://vermoegensperspektiven.de/wp-content/uploads/2022/03/SOEPpapers_Gini-coefficient-by-wealth-aggregate-2017.jpg 867w, https://vermoegensperspektiven.de/wp-content/uploads/2022/03/SOEPpapers_Gini-coefficient-by-wealth-aggregate-2017-300x290.jpg 300w, https://vermoegensperspektiven.de/wp-content/uploads/2022/03/SOEPpapers_Gini-coefficient-by-wealth-aggregate-2017-768x743.jpg 768w" sizes="(max-width: 867px) 100vw, 867px" /></figure>



<p>In beiden Ländern verringere die Einbeziehung von Rentenvermögen in die Portfoliopositionen der Haushalte die gemessene Vermögensungleichheit; in Deutschland werde die Vermögensungleichheit durch die Hinzufügung von Rentenvermögen allerdings stärker reduziert als in den Vereinigten Staaten. In Bezug auf das Nettovermögen bestätigten die Ergebnisse den früheren Befund einer deutlich höheren Ungleichheit in den Vereinigten Staaten. Der Gini-Index betrage 0,892 im Gegensatz zu 0,765 in Deutschland. Die Hinzufügung von Sozialversicherungsrenten zum Nettovermögen verringere die Ungleichheit. Der Gini-Index sinke in den Vereinigten Staaten um 21 Prozent (auf 0,704), in Deutschland ist die Verringerung sogar noch größer (33 Prozent auf 0,512), was auf die höhere Bedeutung der Sozialversicherungsrenten zurückzuführen sei.</p>



<p>Die Hinzufügung von Vermögen aus betrieblicher und privater Altersvorsorge zum Nettovermögen verringere die Ungleichheit ebenfalls, allerdings sei der Effekt geringer. In beiden Ländern sinke der Gini-Index um etwa sieben Prozent. Wenn man das Vermögen der Sozialversicherung und der betrieblichen und privaten Altersvorsorge zum Nettovermögen hinzufüge, erhalte man ein erweitertes Vermögen. Der entsprechende Gini-Index sinke in den Vereinigten Staaten um 0,191 Punkte von 0,892 auf 0,701 und in Deutschland um 0,254 Punkte (33 Prozent) auf 0,511. Die Umverteilungswirkung des Rentenvermögens sei also in Deutschland größer, so Bönke et al. 2017 in ihrer „Conclusion”.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Peichl et al. 2018</h3>



<p>Eine weitere Veröffentlichung, die im Zusammenhang mit der Einbeziehung der Altersvorsorgevermögen bei der Betrachtung der Vermögensverteilung erwähnenswert ist, ist die Untersuchung <a href="https://www.degruyter.com/document/doi/10.1515/pwp-2018-0028/html" target="_blank" rel="noreferrer noopener">„Ökonomische Ungleichheit in Deutschland – ein Überblick”</a> von Peichl et al. 2018. Methodisch orientieren sich die Autoren vom ifo Zentrum für Makroökonomik und Befragungen an Bönke et al. (2017) und berücksichtigen neben den Nettovermögen zusätzlich explizit die individuellen Rentenansprüche.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="348" src="https://vermoegensperspektiven.de/wp-content/uploads/2022/03/Peichl-et-al.-2018_Zerlegung-der-Vermoegensungleichheit-1024x348.jpg" alt="Zerlegung der Vermögensungleichheit" class="wp-image-1590" srcset="https://vermoegensperspektiven.de/wp-content/uploads/2022/03/Peichl-et-al.-2018_Zerlegung-der-Vermoegensungleichheit-1024x348.jpg 1024w, https://vermoegensperspektiven.de/wp-content/uploads/2022/03/Peichl-et-al.-2018_Zerlegung-der-Vermoegensungleichheit-300x102.jpg 300w, https://vermoegensperspektiven.de/wp-content/uploads/2022/03/Peichl-et-al.-2018_Zerlegung-der-Vermoegensungleichheit-768x261.jpg 768w, https://vermoegensperspektiven.de/wp-content/uploads/2022/03/Peichl-et-al.-2018_Zerlegung-der-Vermoegensungleichheit.jpg 1135w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>



<p>Die Tabelle „zeigt die Ungleichheit der Vermögensverteilung in Deutschland im Jahr 2012, unterteilt nach verschiedenen Vermögenskomponenten. In der ersten Spalte findet sich der Gini-Koeffizient für die jeweilige Vermögenskomponente. Es zeigt sich, dass durch die Berücksichtigung von Rentenansprüchen die Ungleichheit der Nettovermögen (Gini von 0,73) spürbar sinkt (auf 0,53)”, so Peichl et al. (S. 194).</p>



<p>Die zweite Spalte zeige den Anteil der jeweiligen Vermögenskomponente am erweiterten Gesamtvermögen. Die privaten Nettovermögen wiesen mit 40 Prozent zwar den größten Einzelanteil der betrachteten Komponenten auf; eine Vernachlässigung von individuellen Rentenansprüchen jedoch würde die Bewertung der Vermögensverteilung massiv verzerren. 60 Prozent des im SOEP gemessenen erweiterten Gesamtvermögens gingen auf Rentenansprüche und insbesondere auf Ansprüche aus den staatlichen Vorsorgeinstitutionen zurück.</p>



<p>In der vierten Spalte sei jeder der betrachteten Komponenten ein relativer Beitrag zur Gesamtheit der Ungleichheit der erweiterten Vermögen zugewiesen. Insgesamt könne beinahe die Hälfte der gemessenen Vermögensungleichheit in Deutschland (0,53 Gini-Indexpunkte) auf die ungleiche Verteilung von Nettoprivatvermögen zurückgeführt werden. Ein weiteres Drittel sei den privaten Vorsorgeinstitutionen, also den privaten und betrieblichen Rentenvermögen zuzuweisen. Lediglich 19 Prozent gingen auf Unterschiede der staatlichen Rentenansprüche zurück.</p>



<p>„Die Berücksichtigung dieser Rentenansprüche führt also zu einer erheblichen Reduktion der gemessenen Vermögensungleichheit in Deutschland“, so das Fazit (S. 195).</p>



<h3 class="wp-block-heading">Schlussbemerkung</h3>



<p>Die hier dargestellten wissenschaftlichen Untersuchungen, die allesamt zeigen, dass durch die Hinzuziehung der Altersvorsorgevermögen die Vermögensungleichheit in Deutschland deutlich sinkt, sollen nicht zum Anlass genommen werden, das Thema Vermögensungleichheit vom Tisch zu wischen. Das ist und bleibt ein Thema. Nur sollte der Versuch unternommen werden, ein möglichst realistisches und vollständiges Bild der tatsächlichen Verhältnisse zu zeichnen und kein verzerrtes, das hauptsächlich der Unterfütterung politischer Agenden dient.</p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://vermoegensperspektiven.de/vermoegensverteilung-weniger-ungleich/">Vermögensverteilung in Deutschland weniger ungleich als gewöhnlich behauptet</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://vermoegensperspektiven.de">Vermögensperspektiven</a> und wurde geschrieben von <a rel="nofollow" href="https://vermoegensperspektiven.de/author/nicolaihammersen/">Dr. Nicolai Hammersen</a>.</p>
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		<title>Forderung nach Vermögensteuer geht fehl</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Dr. Nicolai Hammersen]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 21 Jan 2022 14:57:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
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		<category><![CDATA[In Tax We Trust]]></category>
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<a rel="nofollow" href="https://vermoegensperspektiven.de">Vermögensperspektiven - Journal für die Diskussion der gesellschaftlichen Aspekte von Vermögen.</a></p>
<p>Eine Gruppe von über 100 Millionären und Milliardären aus neun Ländern hat anlässlich der The Davos Agenda des World Economic Forum einen offenen Brief an Regierungen und Wirtschaftsführer veröffentlicht, in dem sie eine dauerhafte jährliche Vermögensteuer für die Reichsten fordern. [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://vermoegensperspektiven.de/forderung-nach-vermoegensteuer-geht-fehl/">Forderung nach Vermögensteuer geht fehl</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://vermoegensperspektiven.de">Vermögensperspektiven</a> und wurde geschrieben von <a rel="nofollow" href="https://vermoegensperspektiven.de/author/nicolaihammersen/">Dr. Nicolai Hammersen</a>.</p>
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<p>Eine Gruppe von über 100 Millionären und Milliardären aus neun Ländern hat anlässlich der <a href="https://www.weforum.org/events/the-davos-agenda-2022" target="_blank" rel="noreferrer noopener"><em>The Davos Agenda </em>des World Economic Forum</a> einen offenen Brief an Regierungen und Wirtschaftsführer veröffentlicht, in dem sie eine dauerhafte jährliche Vermögensteuer für die Reichsten fordern. Ihr Ziel: Sie wollen damit die extreme Ungleichheit verringern und Einnahmen für eine nachhaltige und langfristige Verbesserung der öffentlichen Dienstleistungen wie der Gesundheitsversorgung erzielen. Das <a href="https://www.oxfam.org/en/press-releases/over-100-millionaires-call-wealth-taxes-richest-raise-revenue-could-lift-billions" target="_blank" rel="noreferrer noopener">berichtet der internationale Entwicklungs- und Katastrophenhilfe-Verbund Oxfam</a>.</p>



<p>Nach einer <a href="https://patrioticmillionaires.org/wp-content/uploads/Annual-Wealth-Tax-Factsheet.pdf" target="_blank" rel="noreferrer noopener">neuen Analyse der Fight Inequality Alliance, des Institute for Policy Studies, von Oxfam und der Patriotic Millionaires</a> könnte eine Vermögensteuer, die bei Millionären mit 2 Prozent jährlich beginnt und bei Milliardären auf 5 Prozent jährlich ansteigt, 2,52 Billionen US-Dollar (2,23 Millionen Euro) pro Jahr einbringen, schreibt Oxfam. Dies sei genug, um 2,3 Milliarden Menschen aus der Armut zu befreien, genügend Impfstoffe für die ganze Welt herzustellen und eine universelle Gesundheitsversorgung und sozialen Schutz für alle Bürger der Länder mit niedrigem und niedrigem bis mittlerem Einkommen (3,6 Milliarden Menschen) zu gewährleisten.</p>



<h3 class="wp-block-heading" id="kampagne-in-tax-we-trust-stark-angelsachsisch-gepragt">Kampagne <em>In Tax We Trust </em>stark angelsächsisch geprägt</h3>



<p>In einem auf der Webseite <em><a href="https://www.intaxwetrust.org" target="_blank" rel="noreferrer noopener">In Tax We Trust </a></em>veröffentlichten offenen Brief schreiben in Unterzeichner: „As millionaires, we know that the current tax system is not fair. Most of us can say that, while the world has gone through an immense amount of suffering in the last two years, we have actually seen our wealth rise during the pandemic &#8211; yet few if any of us can honestly say that we pay our fair share in taxes.“</p>



<p>Weiter heißt es: „The world – every country in it – must demand the rich pay their fair share. Tax us, the rich, and tax us now.“ Die Kampagne „In Tax We Trust“ wird getragen von den Organisationen <a href="https://patrioticmillionaires.org" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Patriotic Millionaires</a>, <a href="https://millionairesforhumanity.org" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Millionaires for Humanity</a> und <a href="https://www.taxmenow.eu" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Tax Me Now</a>.</p>



<p>Flankierend zu der Kampagne <a href="https://oecd-development-matters.org/2022/01/12/to-recover-from-the-crisis-tax-the-wealth-of-multimillionaires-like-me/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">schreibt beispielsweise Djaffar Shalchi, Unternehmer aus Dänemark und Gründer von Millionaires for Humanity</a>: „As the world reels from the COVID-19 crisis, countries desperately need to finance health for all, the economic recovery, and poverty reduction. And as the world grapples with the social tensions generated by rising inequality, countries desperately need to find a way to rebuild social cohesion. The great news for 2022 is that there is a way: tax the wealth of multimillionaires to help fund the achievement of the Sustainable Development Goals (SDGs). (&#8230;) </p>



<p>We will only emerge from this crisis into a period of sustainable development and shared prosperity if we are courageous enough to put justice at the heart of policy. And if we generate the resources needed to finance the public goods essential to a broad-based and inclusive recovery. A wealth tax on multimillionaires is one important way to help us get there. That is why we, a growing band of multimillionaires, are joining the movement calling for a wealth tax. The time is now. Tax us.“</p>



<p>Von den rund 100 Unterzeichnern des offenen Briefs der Kampagne <em>In Tax We Trust </em>kommen 59 aus den USA, 20 aus UK, acht aus Deutschland, fünf aus Canada, jeweils drei aus den Dänemark (davon 1 x Iran/Dänemark) und den Niederlanden, zwei aus Österreich und einer aus Norwegen. Aus Deutschland haben unterzeichnet: Helene Böhmer, Stefanie Bremer, Simon Hermann, Gerd Hofielen, Allan Moelholm, Antonis Schwarz, Ralph Suikat und Irmingard Weise. Rund 80 Prozent der Unterzeichner kommen aus den USA und aus UK, aus Deutschland gerade einmal 8 Prozent. Der Grund dürfte vor allem darin zu suchen sein, dass <a href="https://www.familienunternehmen.de/fokus/steuern" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Vermögende in Deutschland – insbesondere soweit die unternehmerische Verantwortung tragen – bereits ihren fairen Anteil zu den Steuern beitragen</a>. </p>



<h3 class="wp-block-heading" id="fur-unternehmer-bedeutet-vermogensteuer-eingriff-in-die-substanz">Für Unternehmer bedeutet Vermögensteuer Eingriff in die Substanz</h3>



<p>Was ist von solchen, regelmäßig wiederkehrenden Aufrufen zu halten? Das grundsätzliche Problem besteht darin, dass diejenigen, die sich für eine Vermögensteuer stark machen, in der Regel über ein reines Finanzvermögen verfügen, also kein unternehmerisch gebundenes Vermögen. Daher tragen die Protagonisten in der Regel keine Verantwortung für Firmen und Arbeitsplätze. Da lässt es sich schon leichter fordern, höher besteuert zu werden. Bei Unternehmern würde eine <a href="https://vermoegensperspektiven.de/was-gegen-vermoegensteuer-spricht/">Vermögensteuer</a> regelmäßig die <a href="https://www.zew.de/publikationen/die-folgen-von-substanzsteuern-fuer-familienunternehmen-staat-und-gesellschaft" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Substanz des Unternehmens angreifen</a>.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="991" height="616" src="https://vermoegensperspektiven.de/wp-content/uploads/2022/09/IW_Auswirkung-einer-Vermoegensteuer-auf-Unternehmen.jpg" alt="Auswirkungen einer Vermögensteuer von 1 Prozent auf die Steuerbelastung von Unternehmen" class="wp-image-1963" srcset="https://vermoegensperspektiven.de/wp-content/uploads/2022/09/IW_Auswirkung-einer-Vermoegensteuer-auf-Unternehmen.jpg 991w, https://vermoegensperspektiven.de/wp-content/uploads/2022/09/IW_Auswirkung-einer-Vermoegensteuer-auf-Unternehmen-300x186.jpg 300w, https://vermoegensperspektiven.de/wp-content/uploads/2022/09/IW_Auswirkung-einer-Vermoegensteuer-auf-Unternehmen-768x477.jpg 768w" sizes="(max-width: 991px) 100vw, 991px" /></figure>



<p>Darüber hinaus haben andere Länder keine guten Erfahrungen mit höheren Steuern für Vermögende gemacht. Dazu zählt beispielsweise Frankreich. Dort hat die ab 1982 (mit Unterbrechung zwischen 1986 bis 1988) geltende Vermögensteuer zu Abwanderungen vermögender Steuerzahler insbesondere nach Belgien und in die Schweiz beigetragen. 2012 wurde unter François Hollande eine Reichensteuer von 75 Prozent auf Gehälter von über einer Million Euro eingeführt. In der Folge mehrten sich erneut die Berichte über prominente Auswanderer.</p>



<h3 class="wp-block-heading" id="umverteilung-lost-keine-probleme">Umverteilung löst keine Probleme</h3>



<p>Die Diskussion über Vermögen und seine Verteilung oder Umverteilung verharrt in der Regel leider viel zu einseitig bei der Frage, ob das Vermögen, das vorhanden ist, gerecht verteilt ist, und was gegebenenfalls getan werden muss, um eine „gerechtere“ Verteilung zu gewährleisten. Das Ergebnis dieses Gedankengangs ist immer dasselbe: Es lautet Umverteilung. An dieser Stelle wäre es hilfreich, die Umverteilungs- und Fürsorge-Apologeten würden sich an eine Mahnung von Margaret Thatcher erinnern, die gesagt hat:</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow"><p>„The problem with socialism is that you eventually run out of other people’s money.“</p></blockquote>



<p>Anstatt weiter dem Fehlglauben anzuhängen, alle sozialen Probleme seien gelöst, würden die Reichen nur stärker zur Kasse gebeten, wäre es nützlich, nicht nur über die Verteilung des Bestehenden nachzudenken, sondern auch darüber, wie wir „den Kuchen vergrößern“ – und zwar für alle. Ohne eine deutliche Ausweitung des Sachvermögens (Immobilien und Unternehmensbeteiligungen) für breite Bevölkerungskreise werden wir hier nicht weiterkommen.</p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://vermoegensperspektiven.de/forderung-nach-vermoegensteuer-geht-fehl/">Forderung nach Vermögensteuer geht fehl</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://vermoegensperspektiven.de">Vermögensperspektiven</a> und wurde geschrieben von <a rel="nofollow" href="https://vermoegensperspektiven.de/author/nicolaihammersen/">Dr. Nicolai Hammersen</a>.</p>
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		<title>Rentenansprüche reduzieren Vermögensungleichheit um über 20 Prozent</title>
		<link>https://vermoegensperspektiven.de/rentenansprueche-reduzieren-vermoegensungleichheit/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Dr. Nicolai Hammersen]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 05 Aug 2021 09:15:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Studien]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Altersvorsorgevermögen]]></category>
		<category><![CDATA[Sozialschutzausgaben]]></category>
		<category><![CDATA[Ungleichheit]]></category>
		<category><![CDATA[Vermögensungleichheit]]></category>
		<category><![CDATA[Vermögensverteilung]]></category>
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					<description><![CDATA[<p><a rel="nofollow" href="https://vermoegensperspektiven.de">Vermögensperspektiven</a><br />
<img src="https://vermoegensperspektiven.de/wp-content/uploads/2021/11/senior-g01118182b_1920.jpg" style="display: block; margin: 1em auto"><br />
<a rel="nofollow" href="https://vermoegensperspektiven.de">Vermögensperspektiven - Journal für die Diskussion der gesellschaftlichen Aspekte von Vermögen.</a></p>
<p>Die Vermögensungleichheit in Deutschland wird durch Anwartschaften&#160;aus gesetzlichen, privaten und betrieblichen&#160;Altersvorsorgesystemen um 22 Prozent reduziert. Das ist eines der Ergebnisse der Studie der vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e.V. „Gerechtes Deutschland &#8211; Die Rolle der Vermögen“, die im Auftrag [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://vermoegensperspektiven.de/rentenansprueche-reduzieren-vermoegensungleichheit/">Rentenansprüche reduzieren Vermögensungleichheit um über 20 Prozent</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://vermoegensperspektiven.de">Vermögensperspektiven</a> und wurde geschrieben von <a rel="nofollow" href="https://vermoegensperspektiven.de/author/nicolaihammersen/">Dr. Nicolai Hammersen</a>.</p>
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<a rel="nofollow" href="https://vermoegensperspektiven.de">Vermögensperspektiven - Journal für die Diskussion der gesellschaftlichen Aspekte von Vermögen.</a></p>

<p>Die Vermögensungleichheit in Deutschland wird durch Anwartschaften&nbsp;aus gesetzlichen, privaten und betrieblichen&nbsp;Altersvorsorgesystemen um 22 Prozent reduziert. Das ist eines der Ergebnisse der <a href="https://www.vbw-bayern.de/vbw/PresseCenter/vbw-Studie-Vorurteilen-der-Vermögensungleichheit-auf-der-Spur-5.jsp" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Studie der vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft</a> e.V. <a href="https://www.vbw-bayern.de/Redaktion/Frei-zugaengliche-Medien/Abteilungen-GS/Sozialpolitik/2021/Downloads/Studie_Gerechtes-Deutschland_final.pdf" target="_blank" rel="noreferrer noopener">„Gerechtes Deutschland &#8211; Die Rolle der Vermögen“</a>, die im Auftrag der vbw vom <a href="https://www.iwkoeln.de" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Institut der deutschen Wirtschaft</a>, Köln, erstellt wurde (zur Bedeutung der Altersvorsorgeanwartschaften siehe auch <a href="https://vermoegensperspektiven.de/vermoegensverteilung-weniger-ungleich/">hier</a> und <a href="https://vermoegensperspektiven.de/vermoegensverteilung-schief-dargestellt/">hier</a>).</p>



<p>Die Verteilung der Nettovermögen falle erheblich gleichmäßiger aus, wenn die konventionelle Vermögensperspektive um die Ansprüche gegenüber den drei Säulen der Alterssicherung erweitert werde, schreiben die Studienautoren. Würden entsprechende Vermögensäquivalente bei der Vermögensverteilung berücksichtigt, verdoppelte sich das individuelle Nettovermögen im Durchschnitt der Bevölkerung (s. folgende Grafik). </p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="836" height="768" src="https://vermoegensperspektiven.de/wp-content/uploads/2022/02/VBW_Nettovermoegen-mit-u.-ohne-Altervorsorgevermoegen.jpg" alt="Durchschnittliche und mittlere Nettovermögen mit und ohne Altersvorsorgevermögen" class="wp-image-1557" srcset="https://vermoegensperspektiven.de/wp-content/uploads/2022/02/VBW_Nettovermoegen-mit-u.-ohne-Altervorsorgevermoegen.jpg 836w, https://vermoegensperspektiven.de/wp-content/uploads/2022/02/VBW_Nettovermoegen-mit-u.-ohne-Altervorsorgevermoegen-300x276.jpg 300w, https://vermoegensperspektiven.de/wp-content/uploads/2022/02/VBW_Nettovermoegen-mit-u.-ohne-Altervorsorgevermoegen-768x706.jpg 768w" sizes="(max-width: 836px) 100vw, 836px" /></figure>



<p>Gerade Personen mit konventionell geringen oder gar negativen Nettovermögen im unteren Bereich der Verteilung, wozu oft auch Jüngere gehörten, verfügten meist über Anwartschaften gegenüber der gesetzlichen Rentenversicherung. In konventionellen Vermögensstatistiken würden diese jedoch nicht berücksichtigt, da sie nur eingeschränkt liquidierbar und übertragbar seien. Dies führe jedoch zu einer Unterschätzung der tatsächlichen Wohlstandsposition vieler Menschen und zu einer Überzeichnung der (relativen) Vermögensungleichheit. Auch Ländervergleiche würden dadurch erschwert und teilweise verzerrt, da der Umfang privater und staatlicher Vermögensbildung zur Alterssicherung je nach Sozialstaatsmodell stark variiere.</p>



<p>In Deutschland sinke der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Gini-Koeffizient" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Gini-Koeffizient</a> durch die Erweiterung um die Vermögensäquivalente aus der Altersvorsorge im Jahr 2017 um 22 Prozent von knapp 0,8 auf rund 0,6 (s. folgende Grafik).</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="1001" height="826" src="https://vermoegensperspektiven.de/wp-content/uploads/2022/02/VBW_Vermoegensverteilung-mit-u.-ohne-Altersvorsorgeaequivalente.jpg" alt="Verteilung der Nettovermögen mit und ohne Vermögensäquivalente aus Altersvermögen" class="wp-image-1559" srcset="https://vermoegensperspektiven.de/wp-content/uploads/2022/02/VBW_Vermoegensverteilung-mit-u.-ohne-Altersvorsorgeaequivalente.jpg 1001w, https://vermoegensperspektiven.de/wp-content/uploads/2022/02/VBW_Vermoegensverteilung-mit-u.-ohne-Altersvorsorgeaequivalente-300x248.jpg 300w, https://vermoegensperspektiven.de/wp-content/uploads/2022/02/VBW_Vermoegensverteilung-mit-u.-ohne-Altersvorsorgeaequivalente-768x634.jpg 768w" sizes="(max-width: 1001px) 100vw, 1001px" /></figure>



<p>Daraus ergebe sich ein differenzierteres Bild der Verteilung von Wohlstandschancen, das den ursprünglichen Eindruck relativiere, der sich aus der Betrachtung konventionell erfasster Vermögen ergebe. Damit werde eine Gerechtigkeitsdebatte nicht obsolet. Aber die politikrelevanten Implikationen, die sich aus der Erweiterung um Vermögensäquivalente aus gesetzlicher, betrieblicher und privater Vorsorge ergäben, sollten politische Akteure mit in den Blick nehmen, um unkontrollierbare und unerwünschte Effekte auf die Verteilung des Wohlstands zu vermeiden. Die Erweiterung könne helfen, ein oftmals skandalisierendes mediales Bild zu versachlichen und langfristige Anreizeffekte möglicher Politikmaßnahmen besser abschätzen zu können.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Hohe Sozialschutzausgaben korrelieren mit höherer Vermögensungleichheit</h3>



<p>„Vermögen sind ungleicher verteilt als Einkommen. Dieser Sachverhalt ist unumstritten und gilt sowohl in Deutschland als auch in anderen Industrieländern, sodass Deutschland hierbei keine Sonderrolle einnimmt“, heißt es in der Studie. Gemessen am Gini-Koeffizienten weise Deutschland gleichwohl eine verhältnismäßig höhere Ungleichheit der Nettovermögen auf als andere Industrieländer. Hieraus ergebe sich jedoch nicht zwangsläufig ein Gerechtigkeitsdefizit, da der Grad der Vermögensungleichheit unter anderem mit dem Umfang sozialstaatlicher Sicherungssysteme zusammenhänge: So seien die individuellen Nettovermögen in Deutschland mit einem Gini-Koeffizienten von rund 0,8 ähnlich ungleich verteilt wie in Schweden oder Dänemark (s. folgende Grafik), die sich ebenfalls durch umfangreiche sozialstaatliche und umverteilende Sicherungssysteme auszeichneten und als Vorbilder egalitärer und gerechter Gesellschaften gälten.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="1010" height="765" src="https://vermoegensperspektiven.de/wp-content/uploads/2022/02/VBW_Nettovermoegensungleichheit.jpg" alt="Nettovermögensungleichheit im internationalen Vergleich" class="wp-image-1561" srcset="https://vermoegensperspektiven.de/wp-content/uploads/2022/02/VBW_Nettovermoegensungleichheit.jpg 1010w, https://vermoegensperspektiven.de/wp-content/uploads/2022/02/VBW_Nettovermoegensungleichheit-300x227.jpg 300w, https://vermoegensperspektiven.de/wp-content/uploads/2022/02/VBW_Nettovermoegensungleichheit-768x582.jpg 768w" sizes="(max-width: 1010px) 100vw, 1010px" /></figure>



<p>Auch der Informationsdienst des Instituts der deutschen Wirtschaft (iwd) bringt auf seiner Webseite eine interessante Grafik, die zeigt, dass viele Staaten, die einen hohen Anteil des Bruttoinlandsprodukts für soziale Zwecke ausgeben, bei der Vermögensverteilung einen hohen Gini-Koeffizienten aufweisen.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="1000" height="907" src="https://vermoegensperspektiven.de/wp-content/uploads/2022/09/iwd_2021-16-8-10-Sozialausgaben_D.jpg" alt="Europa: Hohe Sozialausgaben, höhere Vermögensungleichheit" class="wp-image-1885" srcset="https://vermoegensperspektiven.de/wp-content/uploads/2022/09/iwd_2021-16-8-10-Sozialausgaben_D.jpg 1000w, https://vermoegensperspektiven.de/wp-content/uploads/2022/09/iwd_2021-16-8-10-Sozialausgaben_D-300x272.jpg 300w, https://vermoegensperspektiven.de/wp-content/uploads/2022/09/iwd_2021-16-8-10-Sozialausgaben_D-768x697.jpg 768w" sizes="(max-width: 1000px) 100vw, 1000px" /></figure>



<p>Dieses Bild bleibe auch dann bestehen, so die vbw-Studie, wenn vorhandene Defizite in den Vermögensdaten aus Haushaltsbefragungen korrigiert werden, beispielsweise durch die Hinzuschätzung fehlender Vermögenswerte an der Spitze der Verteilung.</p>



<p>Bereits in der Vergangenheit sei in Studien wiederholt darauf hingewiesen worden, dass Industrieländer, die sich durch ähnlich hohe Sozialschutzausgaben bei vergleichbar hohem Lebensstandard wie Deutschland auszeichneten, auch eine ähnlich ausgeprägte Ungleichverteilung der Vermögen aufwiesen (Beznoska et al., <a href="https://www.iwkoeln.de/fileadmin/publikationen/2017/341554/Studie_Vermoegensverteilung_vbw.pdf" target="_blank" rel="noreferrer noopener">2017</a>; <a href="https://www.iwkoeln.de/fileadmin/user_upload/Studien/Gutachten/PDF/2018/IW_Gutachten_Vermoegensverteilung_2018.pdf" target="_blank" rel="noreferrer noopener">2018</a>). In der folgenden Abbildung werde dieser positive Zusammenhang für eine Reihe ausgewählter Industrieländer grafisch dargestellt, indem die Sozialschutzausgaben in Prozent des Bruttoinlandsprodukts aus dem Jahr 2018 dem Gini-Koeffizienten der Nettovermögensverteilung aus dem Jahr 2019 gegenübergestellt würden.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="1006" height="813" src="https://vermoegensperspektiven.de/wp-content/uploads/2022/02/VBW_Zusammenhang-Nettovermoegensungleichheit-u.-Sozialstaat.jpg" alt="Zusammenhang zwischen Nettovermögensungleichheit und Umfang des Sozialstaats" class="wp-image-1563" srcset="https://vermoegensperspektiven.de/wp-content/uploads/2022/02/VBW_Zusammenhang-Nettovermoegensungleichheit-u.-Sozialstaat.jpg 1006w, https://vermoegensperspektiven.de/wp-content/uploads/2022/02/VBW_Zusammenhang-Nettovermoegensungleichheit-u.-Sozialstaat-300x242.jpg 300w, https://vermoegensperspektiven.de/wp-content/uploads/2022/02/VBW_Zusammenhang-Nettovermoegensungleichheit-u.-Sozialstaat-768x621.jpg 768w" sizes="(max-width: 1006px) 100vw, 1006px" /></figure>



<p>Neben Deutschland wiesen Länder mit umfangreichen sozialstaatlichen Sicherungssystemen wie die Niederlande, Dänemark, Schweden oder Norwegen einen ähnlich hohen Grad der Nettovermögensverteilung auf. Theoretische Überlegungen legten nahe, dass in diesen Staaten der Anreiz geringer sei, privates Vermögen aufzubauen. Denn je umfassender das Leistungsversprechen obligatorischer Sicherungssysteme ausfalle, desto weniger notwendig werde der Vermögensaufbau aus Vorsorgemotiven. Gleichzeitig reduzierten die für die Finanzierung erforderlichen Abgaben den Spielraum für Vermögensaufbau – insbesondere in steuer- oder umlagefinanzierten Sicherungssystemen und gerade bei jenen Bürgern mit geringeren Einkommen.</p>



<p>„Wenn der Umfang sozialstaatlicher Sicherung sowohl den Anreiz zur Bildung von (Vorsorge-)Vermögen reduziert als auch die Finanzierung eines umfassenden Sozialstaates die Möglichkeiten zum individuellen Vermögensaufbau aufgrund der damit verbundenen höheren Steuer- und Abgabenlast einschränkt, dann gibt die konventionell gemessene Vermögensverteilung ein unvollständiges Bild über die Verteilung des Wohlstands wieder“, heißt es im Fazit der Studie. Denn materieller Wohlstand (insbesondere im Alter) speise sich aus zwei Quellen – Einkommen und Vermögen. Für eine politikrelevante Bewertung könne deshalb eine Erweiterung um Vermögensäquivalente, die sich als Barwerte der erworbenen Anwartschaften und Bezüge aus umlagefinanzierten und kapitalgedeckten Sicherungssystemen errechneten, ein differenzierteres Bild von der Verteilung des Wohlstands zeichnen.</p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://vermoegensperspektiven.de/rentenansprueche-reduzieren-vermoegensungleichheit/">Rentenansprüche reduzieren Vermögensungleichheit um über 20 Prozent</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://vermoegensperspektiven.de">Vermögensperspektiven</a> und wurde geschrieben von <a rel="nofollow" href="https://vermoegensperspektiven.de/author/nicolaihammersen/">Dr. Nicolai Hammersen</a>.</p>
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		<title>F.A.S.: Ungleichheit wollen SPD, Grüne und Linke mit dem falschen Instrument bekämpfen</title>
		<link>https://vermoegensperspektiven.de/falsches-instrument-gegen-ungleichheit/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Dr. Nicolai Hammersen]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 24 May 2021 10:16:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Ungleichheit]]></category>
		<category><![CDATA[Vermögensteuer]]></category>
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					<description><![CDATA[<p><a rel="nofollow" href="https://vermoegensperspektiven.de">Vermögensperspektiven</a><br />
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<a rel="nofollow" href="https://vermoegensperspektiven.de">Vermögensperspektiven - Journal für die Diskussion der gesellschaftlichen Aspekte von Vermögen.</a></p>
<p>SPD, Grüne und Linke wollen die Ungleichheit bekämpfen. Sie setzen dabei auf das falsche Instrument: die Vermögensteuer. Das meint Rainer Hank in einem Beitrag für die Frankfurt Allgemeine Sonntagszeitung (F.A.S.). Hank weist darauf hin, die Grünen begründeten ihre Pläne mit [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://vermoegensperspektiven.de/falsches-instrument-gegen-ungleichheit/">F.A.S.: Ungleichheit wollen SPD, Grüne und Linke mit dem falschen Instrument bekämpfen</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://vermoegensperspektiven.de">Vermögensperspektiven</a> und wurde geschrieben von <a rel="nofollow" href="https://vermoegensperspektiven.de/author/nicolaihammersen/">Dr. Nicolai Hammersen</a>.</p>
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<a rel="nofollow" href="https://vermoegensperspektiven.de">Vermögensperspektiven - Journal für die Diskussion der gesellschaftlichen Aspekte von Vermögen.</a></p>

<p>SPD, Grüne und Linke wollen die Ungleichheit bekämpfen. Sie setzen dabei auf das falsche Instrument: die Vermögensteuer. Das meint <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Rainer_Hank" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Rainer Hank</a> in einem Beitrag für die Frankfurt Allgemeine Sonntagszeitung (F.A.S.). Hank weist darauf hin, die Grünen begründeten ihre Pläne mit der „immer stärker werdende(n) Ungleichheit“ im Land. Aber stimmt das? Hank befragt den aktuellen <a href="https://www.armuts-und-reichtumsbericht.de/DE/Startseite/start.html" target="_blank" rel="noreferrer noopener"><em>Armuts- und Reichtumsbericht</em></a> der Bundesregierung und stellt fest: „Der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Gini-Koeffizient" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Gini-Koeffizient</a>, der die Ungleichheit misst (0 heißt völlige Gleichheit, 1 heißt komplette Ungleichheit), ist von 0,75 auf 0,71 zurückgegangen.“ Von einer „immer stärker werdenden Ungleichheit“ kann also nicht gesprochen werden.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Vermögensbildung gegen Ungleichheit</h3>



<p>Natürlich kann darüber diskutiert werden, ob die vorhandene Vermögensverteilung – <a href="https://vermoegensperspektiven.de/rentenansprueche-reduzieren-vermoegensungleichheit/">die unter Berücksichtigung der Altersvorsorgevermögen auf rund 0,6 sinkt</a> – gerecht ist. In jedem Fall, so Hank, gebe es probatere Mittel, um die Vermögensungleichheit zu bekämpfen. Etwa Vermögensbildung für breite Bevölkerungskreise.</p>



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<div class="wp-block-button is-style-outline is-style-outline--1"><a class="wp-block-button__link has-ast-global-color-0-color has-text-color" href="https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/arm-und-reich/ungleichheit-warum-eine-vermoegensteuer-nichts-bringt-17352720.html" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Zum Artikel in der F.A.S.</a></div>
</div>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://vermoegensperspektiven.de/falsches-instrument-gegen-ungleichheit/">F.A.S.: Ungleichheit wollen SPD, Grüne und Linke mit dem falschen Instrument bekämpfen</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://vermoegensperspektiven.de">Vermögensperspektiven</a> und wurde geschrieben von <a rel="nofollow" href="https://vermoegensperspektiven.de/author/nicolaihammersen/">Dr. Nicolai Hammersen</a>.</p>
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