Ungleichgewicht

Vermögensungleichheit in Deutschland leicht rückläufig

Die Vermögensungleichheit ist in Deutschland im Zeitraum von 2007 bis 2017 (nach SOEP) bzw. 2008 bis 2018 (nach EVS) leicht zurückgegangen (siehe dazu auch hier). Dies zeigen die Zahlen des Sechsten Armuts- und Reichtumsberichts der Bundesregierung (6. ARB), den das Bundeskabinett am 12. Mai 2021 verabschiedet hat.

Der Armuts- und Reichtumsbericht analysiert die Vermögen in Deutschland und deren Verteilung auf Basis der Daten aus dem Sozio-oekonomischen Panel (SOEP) und aus der Einkommens- und Verbrauchsstichprobe (EVS). Die Befragungsdaten aus SOEP und EVS erfassen nicht alle Vermögenskomponenten der makroökonomischen Vermögensbilanz. Beide Quellen unterscheiden sich auch darin, welche Vermögenskomponenten sie in ihre Betrachtung einbeziehen.

Die in der EVS erfassten Vermögen umfassen im engeren Sinne das verzinsliche Geldvermögen (Spar- und Bauspargutachten, Wertpapiere, Termingeld und angesammeltes Kapital bei Lebensversicherungen) und die Verkehrswerte von Immobilien abzüglich Hypotheken und Konsumschulden.

Im SOEP werden zusätzlich auch Betriebsvermögen sowie Sachvermögen in Form wertvoller Sammlungen wie Gold, Schmuck, Münzen oder Kunstgegenstände einbezogen. Zudem: Das SOEP analysiert die Vermögen auf Individual-/Personenebene, die EVS auf Haushaltsebene. Einzelheiten zu den Unterschieden zwischen SOEP und EVS sind dem Bericht Analyse der Einkommens- und Vermögensverteilung in Deutschland (Begleitforschung zum sechsten Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung) zu entnehmen (s. dort S. 305f.).

Vermögensverteilung und Vermögensungleichheit laut SOEP

Nachfolgend zunächst die Indikatoren der Vermögensverteilung in Deutschland auf Basis des SOEP (Personen in Privathaushalten):

Indikatoren zur Vermögensverteilung und Vermögensungleichheit in Deutschland | Alle Personen in Privathaushalten

Die Tabelle zeigt, dass das arithmetische Mittel der Nettovermögen zwischen 2002 und 2017 um gut 37 Prozent von 77.648 auf 106.620 Euro gestiegen ist. Der Gini-Koeffizient, der zwischen 2002 und 2007 noch gestiegen ist, ist zwischen 2007 und 2017 leicht von 0,80 auf 0,78 zurückgegangen.

Vermögensverteilung und Vermögensungleichheit laut EVS

Mit etwas anderen Zahlen kommt die Betrachtung auf Basis der EVS (Privathaushalte) zu demselben Ergebnis:

Indikatoren zur Vermögensverteilung und Vermögensungleichheit in Deutschland | Alle Privathaushalte

Danach ist das arithmetische Mittel der Nettovermögen zwischen 2003 und 2018 um knapp 33 Prozent von 123.072 auf 163.497 Euro gestiegen ist. Der Gini-Koeffizient, der zwischen 2003 und 2008 noch gestiegen ist, ist zwischen 2008 und 2018 von 0,75 auf 0,71 zurückgegangen.

Neben dem Sozio-oekonomischen Panel und der Einkommens- und Verbrauchsstichprobe steht mit dem Survey „Private Haushalte und ihre Finanzen“ (PHF) eine weitere Mikrodatenbasis für Vermögensanalysen auf Haushaltsebene zur Verfügung.

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