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	<title>Deutsche Bundesbank &#8211; Vermögensperspektiven</title>
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	<description>Journal für die Diskussion der gesellschaftlichen Aspekte von Vermögen.</description>
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	<title>Deutsche Bundesbank &#8211; Vermögensperspektiven</title>
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		<title>Vermögen der privaten Haushalte</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Dr. Nicolai Hammersen]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 31 Oct 2023 13:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
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		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p><a rel="nofollow" href="https://vermoegensperspektiven.de">Vermögensperspektiven</a><br />
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<a rel="nofollow" href="https://vermoegensperspektiven.de">Vermögensperspektiven - Journal für die Diskussion der gesellschaftlichen Aspekte von Vermögen.</a></p>
<p>Laut der jüngsten Bundesbank-Studie „Private Haushalte und ihre Finanzen” (PHF) sind die Vermögen der privaten Haushalte in Deutschland in der Dekade von 2010/11 (erste Befragung) bis 2021 (letzte Befragung) deutlich angestiegen. Insbesondere bei Haushalten mit geringem Vermögen habe es relativ [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://vermoegensperspektiven.de/vermoegen-der-privaten-haushalte/">Vermögen der privaten Haushalte</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://vermoegensperspektiven.de">Vermögensperspektiven</a> und wurde geschrieben von <a rel="nofollow" href="https://vermoegensperspektiven.de/author/nicolaihammersen/">Dr. Nicolai Hammersen</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><a rel="nofollow" href="https://vermoegensperspektiven.de">Vermögensperspektiven</a><br />
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<p class="wp-block-paragraph">Laut der jüngsten <a href="https://www.bundesbank.de/resource/blob/908138/5fa52fcaa9ad19972391d3c8c1bb82ce/mL/2023-04-vermoegensbefragung-data.pdf" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Bundesbank-Studie „Private Haushalte und ihre Finanzen” (PHF)</a> sind die Vermögen der privaten Haushalte in Deutschland in der Dekade von 2010/11 (erste Befragung) bis 2021 (letzte Befragung) deutlich angestiegen. Insbesondere bei Haushalten mit geringem Vermögen habe es relativ zum bisher vorhandenen Vermögen starke Zuwächse gegeben, heißt es im Monatsbericht der Bundesbank. Die Ungleichheit hinsichtlich des Nettovermögens habe sich auch deshalb zwischen 2017 und 2021 leicht reduziert. Der Rückgang der Ungleichheit habe sich schon zwischen 2014 und 2017 angedeutet. Im europäischen Vergleich bleibe das Nettovermögen aber immer noch ungleich verteilt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Struktur des Vermögens und der Verschuldung entlang der Vermögensverteilung habe sich kaum verändert. Nach wie vor seien Immobilien- und Unternehmensbesitz stark mit hohen Vermögen korreliert. Dagegen bestehe das Vermögen der vermögensärmeren Haushalte primär aus Guthaben auf Sparkonten und anderen risikoarmen Anlageformen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Befragung der Bundesbank ermöglicht ein umfassendes Bild zum Vermögen und zur Verschuldung der Haushalte in Deutschland. Die Studie befasst sich mit der finanziellen Struktur, dem Spar- und dem Ausgabeverhalten privater Haushalte. Die Wissenschaftler beschäftigen sich beispielsweise mit folgenden Fragen: Wie viel Geld steht den Haushalten zur Verfügung? Wie legen sie dieses Geld an? Was können sie für Miete, Lebensmittel und Kleidung ausgeben? Wie hoch ist ihre finanzielle Belastung durch Kredite? Die Befragung findet seit dem Jahr 2010 etwa alle drei Jahre statt. Die vierte PHF-Befragung war ursprünglich für 2020 vorgesehen und wurde pandemiebedingt auf 2021 verschoben. Über 4000 Haushalte beteiligten sich an der Befragung.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Entwicklung der Vermögen der privaten Haushalte</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Das durchschnittliche Vermögen der privaten Haushalte wuchs im Zeitraum von 2010/11 bis 2021 von 195.200 auf 316.500 Euro, das ist ein Plus von 62 Prozent. Allein zwischen 2017 und 2021 hätten sich die durchschnittlichen Vermögen um rund 83.600 Euro (plus 36 Prozent) erhöht, schreibt die Bundesbank. Das <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Mittleres_Vermögen" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Medianvermögen</a>, das die Haushalte in eine reichere und eine ärmere Hälfte teilt, sei ebenfalls deutlich gestiegen, und zwar um 50 Prozent von 70.800 Euro Jahr 2017 auf 106.600 Euro im Jahr 2021. Betrachte man den gesamten Untersuchungszeitraum der PHF-Studien sei sogar ein Zuwachs um 107 Prozent von 51.400 auf 106.600 Euro zu verzeichnen.</p>



<figure class="wp-block-image size-large is-resized"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="1024" height="577" src="https://vermoegensperspektiven.de/wp-content/uploads/2023/11/Bundesbank_Nettovermoegen-1024x577.jpg" alt="Vermögen der privaten Haushalte: Nettovermögen (Mittelwert und Median)" class="wp-image-2652" style="aspect-ratio:1.7746967071057191;width:910px;height:auto" srcset="https://vermoegensperspektiven.de/wp-content/uploads/2023/11/Bundesbank_Nettovermoegen-1024x577.jpg 1024w, https://vermoegensperspektiven.de/wp-content/uploads/2023/11/Bundesbank_Nettovermoegen-300x169.jpg 300w, https://vermoegensperspektiven.de/wp-content/uploads/2023/11/Bundesbank_Nettovermoegen-768x432.jpg 768w, https://vermoegensperspektiven.de/wp-content/uploads/2023/11/Bundesbank_Nettovermoegen.jpg 1293w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>



<h3 class="wp-block-heading">Verteilung der Vermögen der privaten Haushalte</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Zu den weiteren Aspekten, die die Bundesbank untersucht hat, gehört die Frage, wie Vermögen in Deutschland verteilt sind. Alles in allem sei die Vermögensverteilung etwas gleicher als in der Vergangenheit. Darauf deuteten verschiedene Indikatoren hin.</p>



<p class="wp-block-paragraph">So habe sich das Verhältnis von Mittelwert und Median zwischen 2017 und 2021 von 3,3 auf 3,0 reduziert, seit der ersten PHF-Studie von 3,8 auf 3,0.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein klassisches Verteilungsmaß ist der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Gini-Koeffizient" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Gini-Koeffizient</a>. Er nimmt Werte zwischen 0 und 1 bzw. zwischen 0 und 100 Prozent, wobei „0” jeweils vollständige Gleichverteilung bedeutet, während „1” bzw. „100 Prozent” maximale Ungleichheit anzeigt, d.h. das Vermögen gehört nur einem Haushalt. Der Gini-Koeffizient für die Vermögensverteilung in Deutschland ist von 2010/11 bis 2021 von 76 auf 73 Prozent zurückgegangen.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" width="1024" height="577" src="https://vermoegensperspektiven.de/wp-content/uploads/2023/11/Bundesbank_Vermoegensverteilung-1024x577.jpg" alt="Vermögen der privaten Haushalte: Vermögensverteilung" class="wp-image-2654" srcset="https://vermoegensperspektiven.de/wp-content/uploads/2023/11/Bundesbank_Vermoegensverteilung-1024x577.jpg 1024w, https://vermoegensperspektiven.de/wp-content/uploads/2023/11/Bundesbank_Vermoegensverteilung-300x169.jpg 300w, https://vermoegensperspektiven.de/wp-content/uploads/2023/11/Bundesbank_Vermoegensverteilung-768x432.jpg 768w, https://vermoegensperspektiven.de/wp-content/uploads/2023/11/Bundesbank_Vermoegensverteilung.jpg 1293w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Zur Darstellung der Vermögensverteilung wird häufig auch der Anteil der vermögenderen Haushalte („oberste zehn Prozent”) am Gesamtvermögen hinzugezogen. 2021 besaßen die zehn Prozent vermögendsten Haushalte in Deutschland 56 Prozent des Gesamtvermögens; gegenüber 2017 hat sich dieser Wert kaum verändert (55 Prozent). 2010/11 lag der Anteil der vermögendsten zehn Prozent noch bei 59 Prozent, 2014 bei 60 Prozent.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ganz gleich welchen Indikator man bei der Betrachtung der Vermögensverteilung und der Vermögensungleichheit in Deutschland heranzieht — ein wichtiger Aspekt bleibt regelmäßig außen vor: die Altersvorsorgevermögen. Die Bundesbank schreibt in ihrer PHF-Studie zu diesem Thema:</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Nicht eingerechnet werden etwaige in der Zukunft liegende Ansprüche auf eine gesetzliche Rente oder Pension. Aufgrund des in Deutschland existierenden Umlageverfahrens handelt es sich nur um Ansprüche, jedoch nicht um angespartes Vermögen. Mit einer Reihe von Annahmen über die Lebenserwartung, die Zinsentwicklung und das Renteneintrittsalter wäre es aber möglich, die künftigen Ansprüche für einzelne Arten von gesetzlicher Altersvorsorge in Vermögen umzurechnen (zu kapitalisieren). Derartige Simulationsrechnungen zeigen, dass die Vermögensungleichheit für das Vermögen inklusive der gesetzlichen Altersvorsorge geringer ist als ohne Einbeziehung.”</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dazu ist festzuhalten: Es liegen mehrere Studien aus den Jahren 2016 bis 2021 (<a href="https://vermoegensperspektiven.de/vermoegensverteilung-weniger-ungleich/">DIW, Ifo-Institut</a>, <a href="https://vermoegensperspektiven.de/rentenansprueche-reduzieren-vermoegensungleichheit/">Institut der deutschen Wirtschaft</a>) dazu vor, wie sich die Vermögensäquivalente aus den Ansprüchen an die Altersvorsorgesysteme auf die Vermögensverteilung auswirken. Sie alle kommen zu dem gleichen Ergebnis: Die Berücksichtigung der Altersvorsorgevermögen reduziert die Vermögensungleichheit deutlich. <a href="https://vermoegensperspektiven.de/vermoegensverteilung-schief-dargestellt/">Je nach Studie sinkt der Gini-Koeffizient für die Vermögensverteilung um 22 bis 33 Prozent.</a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch der Anteil der vermögendsten zehn Prozent am Nettovermögen sinkt deutlich, werden die Ansprüche an die sozialen Sicherungssysteme durch Kapitalisierung der Versorgungsansprüche berücksichtigt. Unter Berücksichtigung der Pensions- und Rentenansprüche sinkt dieser Anteil auf 32 Prozent. Auch dies zeigt die gleichheitsfördernde Wirkung der Altersvorsorgevermögen auf die Vermögensverteilung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ohne Berücksichtigung der Altersvorsorgevermögen ist gleichwohl der Bewertung der Bundesbank zuzustimmen, wonach die Vermögensungleichheit im europäischen Vergleich — trotz des leichten Rückgangs (s. Abbildung oben) — relativ hoch ist. So habe das Verhältnis zwischen Mittelwert und Median in Italien, Spanien und Portugal 2020 jeweils bei gut 2 gelegen (in Deutschland bei 3). Auch wiesen die genannten Länder niedrigere Gini-Koeffizienten auf: Italien 68 Prozent und Portugal 66 Prozent. Die deutlich geringeren Gini-Koeffizienten für die Länder Südeuropas (das trifft auch auf Spanien und Griechenland zu) sind auf die signifikant höheren Wohneigentumsquoten zurückzuführen.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Vermögen der privaten Haushalte bei Wohneigentümern und Mietern</h3>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://vermoegensperspektiven.de/wohneigentumsquote-und-ungleichheit/">Eine höhere Wohneigentumsquote sorgt aber nicht nur für eine ausgeglichenere Vermögensverteilung.</a> Die Bundesbank-Studie zum Vermögen der privaten Haushalte zeigt sehr deutlich, dass neben Unternehmensbesitz auch Immobilienbesitz ein guter Indikator für die Höhe des Vermögens ist. Die folgende Abbildung macht dies deutlich.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" width="1024" height="577" src="https://vermoegensperspektiven.de/wp-content/uploads/2023/11/Bundesbank_Vermoegensposition-Mieter-vs-Eigentuemer-1024x577.jpg" alt="Vermögens der privaten Haushalte: Vergleich Wohneigentümer vs Mieter" class="wp-image-2656" srcset="https://vermoegensperspektiven.de/wp-content/uploads/2023/11/Bundesbank_Vermoegensposition-Mieter-vs-Eigentuemer-1024x577.jpg 1024w, https://vermoegensperspektiven.de/wp-content/uploads/2023/11/Bundesbank_Vermoegensposition-Mieter-vs-Eigentuemer-300x169.jpg 300w, https://vermoegensperspektiven.de/wp-content/uploads/2023/11/Bundesbank_Vermoegensposition-Mieter-vs-Eigentuemer-768x432.jpg 768w, https://vermoegensperspektiven.de/wp-content/uploads/2023/11/Bundesbank_Vermoegensposition-Mieter-vs-Eigentuemer.jpg 1293w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Das Nettovermögen der Haushalte mit Wohneigentum liegt — ganz gleich ob ohne oder mit Hypothek — sehr deutlich über dem Vermögen von Mieterhaushalten. Das gilt sowohl für das Durchschnittsvermögen wie für das Medianvermögen. Betrachtet man nur das Finanzvermögen, ergibt sich dasselbe Bild. Auch hier liegen der Mittelwert und der Median bei Wohneigentümern mit und ohne Hypothek deutlich über den Mieterhaushalten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Einmal mehr sind diese Erkenntnisse ein Beleg dafür, wie wichtig Wohneigentum für die <a href="https://vermoegensperspektiven.de/vermoegensbildung-fuer-jedermann/">Vermögensbildung</a> ist.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Apropos Vermögensbildung: Positiv zu vermerken ist, dass die Haushalte zwischen 2017 und 2021 vermehrt in Aktien und Fonds investierten. Der Anteil der Haushalte mit Aktienbesitz stieg von elf Prozent im Jahr 2017 auf 15 Prozent im Jahr 2021, der mit Fondsbesitz von 16 auf 21 Prozent. Auch jüngere Haushalte legten vermehrt in Fonds und Aktien an. Die hohen Aktienrenditen im Zeitraum 2017 bis 2021 und die im Zuge der Corona-Pandemie entstandenen zusätzlichen Ersparnisse könnten ein Grund für das verstärkte Interesse an Anlagen am Aktienmarkt sein, so die Bundesbank.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und nun das „Aber”: „Nach wie vor scheinen die Haushalte in Deutschland in der Breite aber eine Präferenz für liquide und eher risikoarme Investitionen zu haben”, schreibt die Bundesbank. Dies zeige der kaum veränderte Anteil an Haushalten mit Sparkonten, die trotz der langen und bis Mitte 2022 andauernden Phase niedriger Zinsen immer noch von 71 Prozent der Haushalte in Deutschland gehalten würden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dass das ist ein Irrweg ist — und wie man es (auch mit geringeren Beträgen) besser machen kann — zeigt unser Beitrag <a href="https://vermoegensperspektiven.de/vermoegensbildung-fuer-jedermann/">„Vermögensbildung für jedermann”</a>.</p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://vermoegensperspektiven.de/vermoegen-der-privaten-haushalte/">Vermögen der privaten Haushalte</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://vermoegensperspektiven.de">Vermögensperspektiven</a> und wurde geschrieben von <a rel="nofollow" href="https://vermoegensperspektiven.de/author/nicolaihammersen/">Dr. Nicolai Hammersen</a>.</p>
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		<title>Bundesbank: Vermögensungleichheit gesunken &#8211; erhebliche Unterschiede bei Vermögensstruktur und Portfoliorendite</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Dr. Nicolai Hammersen]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 30 Aug 2022 10:08:07 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Studien]]></category>
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		<category><![CDATA[Deutsche Bundesbank]]></category>
		<category><![CDATA[Portfoliorendite]]></category>
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					<description><![CDATA[<p><a rel="nofollow" href="https://vermoegensperspektiven.de">Vermögensperspektiven</a><br />
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<p>Dass die Vermögensungleichheit in Deutschland besonders hoch sei und zudem noch ständig weiter wachse, ist eines der häufig gehörten Narrative, wenn es um die sozialen Verhältnisse in Deutschland geht. Richtig ist, dass die Vermögensungleichheit deutlich höher ist als die Einkommensungleichheit; [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://vermoegensperspektiven.de/vermoegensungleichheit-gesunken/">Bundesbank: Vermögensungleichheit gesunken &#8211; erhebliche Unterschiede bei Vermögensstruktur und Portfoliorendite</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://vermoegensperspektiven.de">Vermögensperspektiven</a> und wurde geschrieben von <a rel="nofollow" href="https://vermoegensperspektiven.de/author/nicolaihammersen/">Dr. Nicolai Hammersen</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><a rel="nofollow" href="https://vermoegensperspektiven.de">Vermögensperspektiven</a><br />
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<p class="wp-block-paragraph">Dass die Vermögensungleichheit in Deutschland besonders hoch sei und zudem noch ständig weiter wachse, ist eines der häufig gehörten Narrative, wenn es um die sozialen Verhältnisse in Deutschland geht. Richtig ist, dass die Vermögensungleichheit deutlich höher ist als die Einkommensungleichheit; allerdings ist sie auch nicht so hoch, wie &#8211; unter regelmäßiger Auslassung der Vermögensäquivalente aus den Altersvorsorgevermögen &#8211; in der Regel behauptet wird (siehe bspw. <a href="https://vermoegensperspektiven.de/vermoegensverteilung-weniger-ungleich/">hier</a>).</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nun zeigt eine aktuelle Untersuchung der Deutschen Bundesbank, dass die Vermögensungleichheit in den letzten Jahren nicht gestiegen, sondern leicht gesunken ist.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Entwicklung der Vermögensungleichheit</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Laut der Studie „Eine verteilungsbasierte Vermögensbilanz der privaten Haushalte in Deutschland – Ergebnisse und Anwendungen” (Deutsche Bundesbank, Monatsbericht Juli 2022, S. 15ff.) hat dies zwei Gründe:</p>



<ul class="wp-block-list"><li>Zum einen sei der der Nettovermögenszuwachs für die Haushalte in der unteren Hälfte der Verteilung besonders kräftig ausgefallen. Hierbei hätten die weniger vermögenden Haushalte in deutlichem Umfang risikoarme Anlagen wie Einlagen und Versicherungsansprüche aufgebaut und gleichzeitig merklich ihre Verschuldung reduziert.</li><li>Zum anderen sei die Ungleichheit auch deshalb gesunken, weil die obere Mitte der Verteilung spürbar von einem steigenden Wert des Immobilienvermögens profitiert habe (vgl. S. 15, 16, 22f., 34f.). Der Nettovermögensanstieg des obersten Prozents der Verteilung sei schließlich zentral auf Zuwächse beim Betriebsv­ermögen zurückzuführen (vgl. S. 23).</li></ul>



<p class="wp-block-paragraph">Die verteilungsbasierte Vermögensbilanz vereint laut Bundesbank zwei Datenperspektiven: Sie verknüpfe die Haushaltsbefragung der Bundesbank „Private Haushalte und ihre Finanzen“ (PHF) mit den gesamtwirtschaftlichen Vermögensbilanzen. Die verteilungsbasierte Vermögensbilanz berücksichtige somit die Verteilungsinformationen aus der Haushaltsstudie und spiegele gleichzeitig die vierteljährliche Dynamik und die Niveauangaben der gesamtwirtschaftlichen Statistiken in konsistenter Weise wider (vgl. S. 15).</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="381" height="895" src="https://vermoegensperspektiven.de/wp-content/uploads/2022/08/Nettovermoegensverteilung.jpg" alt="Nettovermögensverteilung" class="wp-image-1864" srcset="https://vermoegensperspektiven.de/wp-content/uploads/2022/08/Nettovermoegensverteilung.jpg 381w, https://vermoegensperspektiven.de/wp-content/uploads/2022/08/Nettovermoegensverteilung-128x300.jpg 128w" sizes="(max-width: 381px) 100vw, 381px" /></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Die verteilungsbasierte Vermögensbilanz des Haushaltssektors verdeutliche eine insgesamt hohe Vermögensungleichheit, die über die Laufzeit des Datensatzes, das heißt ab 2009, jedoch leicht rückläufig gewesen sei. Während die obersten 10 Prozent der Vermögensverteilung über den betrachteten Zeitraum mehr als 50 Prozent des gesamten Nettovermögens der Haushalte in Deutschland hielten, entfalle auf die untere Hälfte der Vermögensverteilung mit durchschnittlich 0,6 Prozent ein äußerst geringer Anteil. Allerdings habe sich im Beobachtungszeitraum die Verteilung leicht zugunsten der unteren Hälfte verschoben. Der Anteil der vermögensärmeren 50 Prozent der Haushalte am gesamten Nettovermögen stieg von 0,2 Prozent im Jahr 2009 auf mehr als 1,2 Prozent im Jahr 2021 (vgl. S. 22).</p>



<h3 class="wp-block-heading">Portfoliostruktur entlang der Vermögensverteilung</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Die verteilungsbasierte Vermögensbilanz offenbare darüber hinaus eine erhebliche Heterogenität in der Vermögenszusammensetzung der privaten Haushalte. So bestünden die Vermögen der unteren Hälfte der Verteilung nahezu ausschließlich aus risikoarmen Anlageformen wie Einlagen und<br>Versicherungsansprüchen. Dahingegen umfasse die Vermögensstruktur der vermögenderen Haushalte in einem deutlich größeren Umfang Kapitalmarktinstrumente und vor allem Immobilien- und Betriebsvermögen (vgl. S. 15, 16)</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="498" height="588" src="https://vermoegensperspektiven.de/wp-content/uploads/2022/08/Vermoegensstruktur.jpg" alt="Vermögensstruktur entlang der Nettovermögensverteilung" class="wp-image-1866" srcset="https://vermoegensperspektiven.de/wp-content/uploads/2022/08/Vermoegensstruktur.jpg 498w, https://vermoegensperspektiven.de/wp-content/uploads/2022/08/Vermoegensstruktur-254x300.jpg 254w" sizes="(max-width: 498px) 100vw, 498px" /></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Die abweichenden Nettovermögensentwicklungen gingen unter anderem auf ungleich verteilte Vermögensformen zurück, die sich in erkennbaren Unterschieden in der Vermögensstruktur entlang der Vermögensverteilung niederschlügen. Ein Blick auf die durchschnittliche Struktur des Gesamtvermö­gens (brutto) der vier Vermögensgruppierungen (0-50 Prozent, 50-90 Prozent, 90-99 Prozent, Top 1 Prozent) für den Zeitraum 2009 bis 2021 zeige: In der unteren Hälfte der Vermögensverteilung dominiere vor allem das Finanzportfolio die Vermögensstruktur. Hier sei zudem die Immobilienbesitzquote vergleichsweise gering. Dahingegen setze sich das Gesamtvermögen der folgenden 49 Prozent zu mehr als der Hälfte aus Immobilien zusammen. Beim oberen Prozent spiele zudem das Betriebsvermögen eine bedeutende Rolle (vgl. S. 23, 29f.)</p>



<h3 class="wp-block-heading">Portfoliorendite entlang der Vermögensverteilung</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Natürlich schlägt sich die Heterogenität in der Vermögenszusammensetzung der privaten Haushalte in merklichen Unterschieden in der Höhe der Rendite des Gesamtvermögens entlang der Vermögensverteilung nieder.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Da nahezu ausschließlich risikoarme Anlagen in Form von Einlagen und Versicherungsansprüchen die Gesamtrendite der unteren Hälfte der Vermögensverteilung bestimme, deren Verzinsung in den letzten Jahren vergleichsweise gering ausgefallen sei, liege ihre durchschnittliche reale Rendite im Mittel bei 0 Prozent (vgl. S. 28, 29). Die reale Rendite berücksichtigt neben inflationsbedingten Kaufkraftverlusten auch andere Ertragskomponenten wie Bewertungseffekte (Kursänderungen) und Dividenden (vgl. Deutsche Bundesbank: Das Spar- und Anlageverhalten privater Haushalte in Deutschland vor dem Hintergrund des Niedrigzinsumfelds, Monatsbericht Oktober 2015)</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="922" height="534" src="https://vermoegensperspektiven.de/wp-content/uploads/2022/08/Reale-Vermoegensrendite.jpg" alt="Reale Vermögensrendite entlang der Nettovermögensverteilung" class="wp-image-1867" srcset="https://vermoegensperspektiven.de/wp-content/uploads/2022/08/Reale-Vermoegensrendite.jpg 922w, https://vermoegensperspektiven.de/wp-content/uploads/2022/08/Reale-Vermoegensrendite-300x174.jpg 300w, https://vermoegensperspektiven.de/wp-content/uploads/2022/08/Reale-Vermoegensrendite-768x445.jpg 768w" sizes="(max-width: 922px) 100vw, 922px" /></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Gegenüber der realen Rendite des Finanzportfolios falle vor allem für die Haushalte in der oberen Hälfte der Vermögensverteilung die reale Vermögensrendite spürbar höher aus. Hauptgrund für die Unterschiede sei das im Vergleich zur oberen Hälfte der Vermögensverteilung geringe Immobilien- und Sachvermögen der unteren Hälfte. Die reale Vermögensrendite der Haushalte im Sektor 50 bis 99 Prozent der Verteilung habe in etwa zu 90 Prozent auf den Beiträgen des Immobilienvermögens basiert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Da das Immobilienvermögen im Beobachtungszeitraum neben Aktien im Durchschnitt die höchste reale Rendite aller Vermögenskomponenten aufgewiesen habe, hätten die Haushalte in der oberen Verteilungshälfte eine deutlich höhere Gesamtrendite erzielt. Die reale Rendite von Immobilien sei durchgängig positiv gewesen und von gut drei Prozent im Jahr 2009 auf etwa elf Prozent zu Beginn des Jahres 2022 gestiegen. Die realen Renditen des finanziellen sowie des nichtfinanziellen Betriebsvermögens seien im Vergleich hierzu volatiler und im Mittel auch niedriger ausgefallen (vgl. S. 31, 32, 37) .</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Rendite der oberen zehn Prozent der Vermögensverteilung sei im Betrachtungszeitraum maßgeblich durch die Rendite von Kapitalmarktinstrumenten geprägt worden. Insbesondere positive Kursentwicklungen hätten hier zu hohen Renditen beigetragen, die sich in einer entsprechenden Gesamtrendite niederschlügen (vgl. S. 29).</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="452" height="800" src="https://vermoegensperspektiven.de/wp-content/uploads/2022/08/Durchschnittl.-Rendite-u.-Inflationskomponente.jpg" alt="Durchschnittliche Rendite und Inflationskomponente" class="wp-image-1868" srcset="https://vermoegensperspektiven.de/wp-content/uploads/2022/08/Durchschnittl.-Rendite-u.-Inflationskomponente.jpg 452w, https://vermoegensperspektiven.de/wp-content/uploads/2022/08/Durchschnittl.-Rendite-u.-Inflationskomponente-170x300.jpg 170w" sizes="(max-width: 452px) 100vw, 452px" /></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Auch für das obere Prozent der Vermögensverteilung leistete das Immobilienvermögen einen spürbaren Beitrag zur Gesamtrendite. Diese wurde jedoch zusätzlich durch einen merklichen Beitrag des Betriebsvermögens gesteigert (vgl. S. 32). Die durchschnittliche reale Rendite habe für das oberste Prozent etwa 1,5 Prozent betragen (vgl. S. 28).</p>



<h3 class="wp-block-heading">Vermögensverteilung und Portfoliostruktur im internationalen Vergleich</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Die Betrachtung der Nettovermögensverteilung und Portfoliostruktur der privaten Haushalte in Deutschland im internationalen Vergleich zeigt laut Bundesbank, dass sich das Nettovermögen in Deutschland ungleicher als im Euroraum verteile, aber weniger konzentriert sei als in den USA. Demnach sei der Anteil der vermögendsten zehn Prozent der Haushalte im Euroraum zum Jahresende 2021 im Vergleich zu Deutschland etwas geringer gewesen, in den USA aber erkennbar höher.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Anteil der nächsten 40 Prozent sei in Deutschland in etwa so hoch wie im Euroraum, aber deutlich größer als in den USA. Ähnlich gering wie in den USA sei in Deutschland der Anteil der vermögensärmeren 50 Prozent der Haushalte am gesamten Nettovermögen. Im Euroraum liege dieser hingegen erkennbar höher. Die Nettovermögensverteilung habe sich in Deutschland gegenüber dem ersten Vierteljahr 2011 nur leicht geändert (vgl. S. 24)</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="943" height="537" src="https://vermoegensperspektiven.de/wp-content/uploads/2022/08/Verteilung-Vermoegenswerte-u.-Verbindlichkeiten.jpg" alt="Verteilung von Vermögenswerten und Verbindlichkeiten" class="wp-image-1870" srcset="https://vermoegensperspektiven.de/wp-content/uploads/2022/08/Verteilung-Vermoegenswerte-u.-Verbindlichkeiten.jpg 943w, https://vermoegensperspektiven.de/wp-content/uploads/2022/08/Verteilung-Vermoegenswerte-u.-Verbindlichkeiten-300x171.jpg 300w, https://vermoegensperspektiven.de/wp-content/uploads/2022/08/Verteilung-Vermoegenswerte-u.-Verbindlichkeiten-768x437.jpg 768w" sizes="(max-width: 943px) 100vw, 943px" /></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Die Verteilung verschiedener Vermögenskomponenten zwischen den Vermögensgruppen unterscheide sich nur unwesentlich. So gehöre fast das gesamte Immobilienvermögen in etwa je zur Hälfte den oberen zehn Prozent und den nächsten 40 Prozent der Verteilung. Anteilsrechte und Betriebsvermögen befänden sich fast ausschließlich im Besitz der oberen zehn Prozent der Verteilung. (vgl. S. 24f.)</p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<p class="wp-block-paragraph">Mit den Ergebnissen der Bundesbank-Studie beschäftigt sich unter anderem Daniel Stelter in der 149. Folge seines Podcasts „bto 2.0”.</p>



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<p class="wp-block-paragraph">Die <a href="https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/vermoegen-der-deutschen-warum-die-ungleichheit-sinkt-18208542.html" target="_blank" rel="noreferrer noopener">F.A.Z.</a> (Paywall) hat das Thema ebenso aufgegriffen wie die <a href="https://www.welt.de/wirtschaft/plus240067525/Vermoegensentwicklung-Der-truegerische-Wohlstand-der-Deutschen.html" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Welt</a> (Paywall).</p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://vermoegensperspektiven.de/vermoegensungleichheit-gesunken/">Bundesbank: Vermögensungleichheit gesunken &#8211; erhebliche Unterschiede bei Vermögensstruktur und Portfoliorendite</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://vermoegensperspektiven.de">Vermögensperspektiven</a> und wurde geschrieben von <a rel="nofollow" href="https://vermoegensperspektiven.de/author/nicolaihammersen/">Dr. Nicolai Hammersen</a>.</p>
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