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	<title>Armuts- und Reichtumsbericht &#8211; Vermögensperspektiven</title>
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	<description>Journal für die Diskussion der gesellschaftlichen Aspekte von Vermögen.</description>
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	<title>Armuts- und Reichtumsbericht &#8211; Vermögensperspektiven</title>
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		<title>Vermögen wachsen weltweit, aber auch die Armut geht zurück</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Dr. Nicolai Hammersen]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 06 Jul 2022 07:29:52 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Armut]]></category>
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					<description><![CDATA[<p><a rel="nofollow" href="https://vermoegensperspektiven.de">Vermögensperspektiven</a><br />
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<a rel="nofollow" href="https://vermoegensperspektiven.de">Vermögensperspektiven - Journal für die Diskussion der gesellschaftlichen Aspekte von Vermögen.</a></p>
<p>Während die Vermögen weltweit wachsen, geht die Armut nach und nach zurück. Leider gerät dieser Zusammenhang häufig aus dem Blick. Während immer wieder darauf hingewiesen und teilweise auch beklagt wird, dass die Reichen immer reicher würden, wird die parallel laufende [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://vermoegensperspektiven.de/vermoegen-wachsen-armut-ruecklaeufig/">Vermögen wachsen weltweit, aber auch die Armut geht zurück</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://vermoegensperspektiven.de">Vermögensperspektiven</a> und wurde geschrieben von <a rel="nofollow" href="https://vermoegensperspektiven.de/author/nicolaihammersen/">Dr. Nicolai Hammersen</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><a rel="nofollow" href="https://vermoegensperspektiven.de">Vermögensperspektiven</a><br />
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<p class="wp-block-paragraph">Während die Vermögen weltweit wachsen, geht die Armut nach und nach zurück. Leider gerät dieser Zusammenhang häufig aus dem Blick. Während immer wieder darauf hingewiesen und teilweise auch beklagt wird, dass die Reichen immer reicher würden, wird die parallel laufende Entwicklung, dass es immer weniger Arme gibt, unter den Tisch fallen gelassen. So sagt etwa <a href="https://www.moment.at/story/wer-ist-marlene-engelhorn" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Marlene Engelhorn</a>, Erbin von Boehringer Mannheim und prominente Galionsfigur der Initiative „<a href="https://www.taxmenow.eu" target="_blank" rel="noreferrer noopener">T</a><a href="https://vermoegensperspektiven.de/steuern-fuer-millionenvermoegen/">a</a><a href="https://www.taxmenow.eu" target="_blank" rel="noreferrer noopener">x me now</a>“:</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="wp-block-paragraph">„Grundsätzlich haben wir ein riesiges Systemproblem, und wir brauchen tiefgreifende Strukturveränderungen. Dass beispielsweise die Reichen ständig reicher werden und profitieren, halte ich für hochproblematisch. Wir haben so lange bequem Menschen für Wohlstand ausgebeutet und unterdrückt, dass es jetzt ein richtiger Kraftakt ist, herauszukommen aus diesen schlimmen Gewohnheiten.“</p>
<cite>Marlene Engelhorn (Quelle: <a href="https://www.phineo.org/magazin/forschungsprojekt-nextgen" target="_blank" rel="noreferrer noopener">WHU/Phineo: NextGens zwischen Erbe und Idealismus, 2022</a>)</cite></blockquote>



<p class="wp-block-paragraph">Hierzu ist festzuhalten: Es sind eben nicht nur die Reichen, die ständig reicher werden und profitieren &#8211; auch die Armen profitieren von der globalen Vermögensentwicklung. Daher ist es mit Blick auf solche häufig wiederkehrenden Klagen hilfreich, an diese andere Seite der Medaille zu erinnern.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Credit Suisse Global Wealth Pyramide</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Das tut beispielsweise der Bericht „Analyse der Einkommens- und Vermögensverteilung in Deutschland“ (Begleitforschung zum Sechsten Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung). Der Bericht weist auf eine im <a href="https://www.credit-suisse.com/about-us/en/reports-research/global-wealth-report.html" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Global Wealth Report der Credit Suisse</a> über die Jahre hinweg immer wiederkehrende Graphik hin: die Global Wealth Pyramide. Diese Graphik sei insoweit bemerkenswert, als dass sie eine stets aktualisierte Übersicht zu den globalen Besitzverhältnissen liefere.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="968" height="615" src="https://vermoegensperspektiven.de/wp-content/uploads/2022/06/Credit-Suisse_Global-Wealth-Pyramid-2010.jpg" alt="Vermögen: Credit Suisse, Global Wealth Pyramid, 2010" class="wp-image-1814" srcset="https://vermoegensperspektiven.de/wp-content/uploads/2022/06/Credit-Suisse_Global-Wealth-Pyramid-2010.jpg 968w, https://vermoegensperspektiven.de/wp-content/uploads/2022/06/Credit-Suisse_Global-Wealth-Pyramid-2010-300x191.jpg 300w, https://vermoegensperspektiven.de/wp-content/uploads/2022/06/Credit-Suisse_Global-Wealth-Pyramid-2010-768x488.jpg 768w" sizes="(max-width: 968px) 100vw, 968px" /></figure>



<figure class="wp-block-image size-full"><img decoding="async" width="904" height="878" src="https://vermoegensperspektiven.de/wp-content/uploads/2022/06/Credit-Suisse_Global-Wealth-Pyramid-2020.jpg" alt="Vermögen: Credit Suisse, Global Wealth Pyramid, 2020" class="wp-image-1815" srcset="https://vermoegensperspektiven.de/wp-content/uploads/2022/06/Credit-Suisse_Global-Wealth-Pyramid-2020.jpg 904w, https://vermoegensperspektiven.de/wp-content/uploads/2022/06/Credit-Suisse_Global-Wealth-Pyramid-2020-300x291.jpg 300w, https://vermoegensperspektiven.de/wp-content/uploads/2022/06/Credit-Suisse_Global-Wealth-Pyramid-2020-768x746.jpg 768w" sizes="(max-width: 904px) 100vw, 904px" /></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Laut dieser Graphik bildete der Sockel der Pyramide den Personenkreis ab, der weniger als 10.000 Dollar besitze. Dies seien 2020 55 Prozent der erwachsenen Weltbevölkerung. Ihr Anteil am gesamten Vermögen auf dem Globus liege bei 1,3 Prozent. Auf der Spitze der Pyramide sähen wir die Vermögensmillionäre, die zwar nur 1,1 Prozent der weltweiten Bevölkerung darstellen, aber 45,8 Prozent des globalen Vermögens auf sich vereinten. Dazwischen zwei weitere Vermögensklassen, die 2020 knapp 53 Prozent des Gesamtvermögens hielten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch bei „zurückhaltender“ Interpretation des Datenmaterials werde deutlich, dass sich innerhalb der Vermögenspyramide für einem Zeitraum von einem Jahrzehnt erhebliche Verschiebungen zeigten. Zunächst hätten sich zwischen 2010 und 2020 die Zahl der Millionäre beinahe und ihr Anteil etwas mehr als verdoppelt. Mit 56 Millionen Personen stellten sie 2020 etwas mehr als ein Prozent der weltweiten erwachsenen Bevölkerung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Weniger deutliche, aber dennoch klar erkennbare Zuwächse gebe es auch in den beiden darunterliegenden Vermögensklassen. Der zweite und dritte Rang sei 2020 deutlich stärker besetzt als 2010. Ein prozentualer wie absoluter Rückgang der Personenzahl lasse sich ausschließlich im untersten Vermögensbereich feststellen. Die Anzahl der Personen mit einem Vermögen von weniger als 10.000 Dollar p.a. sank innerhalb von zehn Jahren von 3,04 Milliarden (68,4 Prozent) auf 2,88 Milliarden (55 Prozent).</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auf Grundlage der Credit Suisse-Analysen lasse sich eine durchaus positive Botschaft zur Entwicklung der globalen Vermögen formulieren. Mehr Menschen verfügten 2020 über mittlere, höhere und hohe Vermögen als 2010, während der Personenkreis mit geringen oder gar keinem Vermögen schrumpfe. In der Tat nähmen die Vermögen der Reichen weltweit zu, aber ebenso verbessere sich die wirtschaftliche Lage des ärmeren Teils der Weltbevölkerung.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Entwicklung der absoluten Armut weltweit</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Aussage lasse sich durch einen Blick auf die Entwicklung der globalen Einkommensarmut durchaus stützen.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" width="1024" height="506" src="https://vermoegensperspektiven.de/wp-content/uploads/2022/06/6.-ARB_Entwicklung-der-absoluten-Armut-in-den-Weltregionen-1024x506.jpg" alt="Armut: 6. Armuts- und Reichtumsbericht, Entwicklung der absoluten Armut in den Weltregionen" class="wp-image-1816" srcset="https://vermoegensperspektiven.de/wp-content/uploads/2022/06/6.-ARB_Entwicklung-der-absoluten-Armut-in-den-Weltregionen-1024x506.jpg 1024w, https://vermoegensperspektiven.de/wp-content/uploads/2022/06/6.-ARB_Entwicklung-der-absoluten-Armut-in-den-Weltregionen-300x148.jpg 300w, https://vermoegensperspektiven.de/wp-content/uploads/2022/06/6.-ARB_Entwicklung-der-absoluten-Armut-in-den-Weltregionen-768x379.jpg 768w, https://vermoegensperspektiven.de/wp-content/uploads/2022/06/6.-ARB_Entwicklung-der-absoluten-Armut-in-den-Weltregionen.jpg 1073w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Seit Anfang der 90er Jahre sähen wir einen stetigen Rückgang der weltweiten absoluten Armut. Habe der Anteil der absolut Armen 1990 noch bei 36 Prozent gelegen, treffe dies 2015 nur noch auf etwa 10 Prozent der Weltbevölkerung zu. Insbesondere der asiatische Raum, dessen Vermögensverteilung stark von China und Indien geprägt werde, weise eine extrem erfolgreiche Bekämpfung absoluter Armut auf.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Vgl. <a href="https://www.armuts-und-reichtumsbericht.de/SharedDocs/Downloads/Service/Studien/analyse-verteilung-einkommen-vermoegen.pdf" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Bericht „Analyse der Einkommens- und Vermögensverteilung in Deutschland“</a> (Begleitforschung zum Sechsten Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung), 08.2019, S. 397f. (die in dem Bericht aufgeführten Zahlen zu 2019 wurden in diesem Beitrag durch die Zahlen für 2020 aktualisiert).</em></p>
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		<title>Je höher die Wohneigentumsquote desto niedriger die Vermögensungleichheit</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Dr. Nicolai Hammersen]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 11 Oct 2021 08:56:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Allianz Global Wealth Report]]></category>
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<p>Die Vermögensungleichheit sinkt, je höher die Wohneigentumsquote ist. Den Zusammenhang zwischen der Wohneigentumsquote und der Vermögensverteilung verdeutlicht die folgende Grafik aus dem Allianz Global Wealth Report, über den wir hier schon berichteten. „Home, sweet home“, das gilt auch mit Blick [&#8230;]</p>
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<p class="wp-block-paragraph">Die Vermögensungleichheit sinkt, je höher die Wohneigentumsquote ist. Den Zusammenhang zwischen der Wohneigentumsquote und der Vermögensverteilung verdeutlicht die folgende Grafik aus dem <a href="https://www.allianz.com/content/dam/onemarketing/azcom/Allianz_com/economic-research/publications/specials/en/2021/october/2021_10_07_Global-Wealth-Report.pdf" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Allianz Global Wealth Report</a>, <a href="https://vermoegensperspektiven.de/vermoegenskonzentration-sinkt-aber-langsam/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">über den wir hier schon berichteten</a>.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="771" height="456" src="https://vermoegensperspektiven.de/wp-content/uploads/2022/01/Allianz_Wohnungseigentumsquote-und-Gini-Koeffizient.jpg" alt="Wohnungseigentumsquote und Gini-Koeffizient in ausgewählten europäischen Ländern" class="wp-image-1415" srcset="https://vermoegensperspektiven.de/wp-content/uploads/2022/01/Allianz_Wohnungseigentumsquote-und-Gini-Koeffizient.jpg 771w, https://vermoegensperspektiven.de/wp-content/uploads/2022/01/Allianz_Wohnungseigentumsquote-und-Gini-Koeffizient-300x177.jpg 300w, https://vermoegensperspektiven.de/wp-content/uploads/2022/01/Allianz_Wohnungseigentumsquote-und-Gini-Koeffizient-768x454.jpg 768w" sizes="(max-width: 771px) 100vw, 771px" /></figure>



<p class="wp-block-paragraph">„Home, sweet home“, das gilt auch mit Blick auf die Vermögensungleichheit: Je geringer die Wohneigentumsquote in einem Land ist (s. Deutschland oder Österreich), desto höher ist die anhand des <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Gini-Koeffizient" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Gini-Koeffizienten</a> gemessene Vermögensungleichheit. In Ländern mit einer hohen Wohneigentumsquote (s. etwa Spanien) ist der Gini-Koeffizient signifikant niedriger.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In dem <a href="https://www.armuts-und-reichtumsbericht.de/SharedDocs/Downloads/Service/Studien/1-studie-iaw-ifo-tuebingen.pdf" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Bericht <em>Analyse der Einkommens- und Vermögensverteilung in Deutschland</em></a> (Begleitforschung zum Sechsten Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung), veröffentlicht im August 2019, findet sich bereits derselbe Befund. Dort heißt es zur Vermögensverteilung in internationaler Sicht: </p>



<p class="wp-block-paragraph">„Bisherige Untersuchungsergebnisse (…) machen (…) deutlich, dass sich ein Großteil der internationalen Unterschiede in der Vermögensverteilung auf institutionelle Rahmenbedingungen zurückführen lässt. Dies betrifft insbesondere das Wohneigentum, das in allen betrachteten Staaten ein zentrale Vermögenskomponente darstellt. Da das Wohneigentum den bestimmenden Faktor für die Vermögensverteilung in einem Land darstellt, führt eine geringe Wohneigentumsquote in der Regel zu einer tendenziell höheren Ungleichverteilung der Nettovermögen.“ (S. 392) Siehe die folgende Abbildung:</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="681" height="573" src="https://vermoegensperspektiven.de/wp-content/uploads/2022/02/6.-ARB_Wohneigentumsquote-und-Vermoegensungleichheit.jpg" alt="Wohneigentumsquote und Gini-Koeffizient des Nettovermögens im europäischen Vergleich" class="wp-image-1524" srcset="https://vermoegensperspektiven.de/wp-content/uploads/2022/02/6.-ARB_Wohneigentumsquote-und-Vermoegensungleichheit.jpg 681w, https://vermoegensperspektiven.de/wp-content/uploads/2022/02/6.-ARB_Wohneigentumsquote-und-Vermoegensungleichheit-300x252.jpg 300w" sizes="(max-width: 681px) 100vw, 681px" /><figcaption>Wohneigentumsquote und Gini-Koeffizient des Nettovermögens im europäischen Vergleich</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">In der Tendenz steige in den betrachteten EU-Staaten der Gini-Koeffizient mit sinkender Wohneigentumsquote an. Der auffallend geringen Quote von 44 Prozent in Deutschland stünden deutlich höhere Werte von teilweise mehr als 80 Prozent im südlichen Europa gegenüber. Der Mittelwert aller Euro-Länder liege 2014 bei knapp über 60 Prozent, merken die Studienautoren an.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Geringe Wohneigentumsquote birgt Handlungsbedarf für die Politik</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Der Hinweis auf das Wohneigentum als „zentraler Vermögenskomponente“ und der deutliche Zusammenhang zwischen Wohneigentumsquote und Vermögensverteilung sind ein klarer Fingerzeig, wo die politischen Prioritäten liegen sollten. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Der genannte Bericht zur Analyse der Einkommens- und Vermögensverteilung in Deutschland sieht diese Prioritäten offensichtlich nicht. Vielmehr heißt es dort: „Die im europäischen Vergleich geringe Wohneigentumsquote in Deutschland hat eine Reihe von durchaus als positiv zu bewertende Ursachen, wie etwa der bis in die jüngste Zeit hinein noch funktionierende Mietwohnungsmarkt.“ (S. 392)</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das ist schon seltsam: Da wird regelmäßig die zu hohe Vermögensungleichheit in Deutschland beklagt, wird aber offenbar, dass das in hohem Maße an der zu geringen Wohneigentumsquote liegt, findet man es schon wichtiger, den „funktionierenden Mietwohnungsmarkt“ lobend hervorzuheben, anstatt eine Erhöhung der Wohneigentumsquote zu fordern. Immerhin sehen die Autoren in Deutschland „auch institutionelle Hürden für den Eigentumserwerb, wie etwa die im europäischen Vergleich hohe Nebenkosten beim Kauf von Wohneigentum, unter anderem verursacht durch die Grunderwerbsteuer“ (ebd.).</p>
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		<title>Vermögensungleichheit in Deutschland leicht rückläufig</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Dr. Nicolai Hammersen]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 14 May 2021 10:08:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Studien]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Armuts- und Reichtumsbericht]]></category>
		<category><![CDATA[Einkommens- und Verbrauchsstichprobe]]></category>
		<category><![CDATA[EVS]]></category>
		<category><![CDATA[SOEP]]></category>
		<category><![CDATA[Sozio-oekonomisches Panel]]></category>
		<category><![CDATA[Vermögensungleichheit]]></category>
		<category><![CDATA[Vermögensverteilung]]></category>
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					<description><![CDATA[<p><a rel="nofollow" href="https://vermoegensperspektiven.de">Vermögensperspektiven</a><br />
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<p>Die Vermögensungleichheit ist in Deutschland im Zeitraum von 2007 bis 2017 (nach SOEP) bzw. 2008 bis 2018 (nach EVS) leicht zurückgegangen (siehe dazu auch hier). Dies zeigen die Zahlen des Sechsten Armuts- und Reichtumsberichts der Bundesregierung (6. ARB), den das [&#8230;]</p>
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<p class="wp-block-paragraph">Die Vermögensungleichheit ist in Deutschland im Zeitraum von 2007 bis 2017 (nach SOEP) bzw. 2008 bis 2018 (nach EVS) leicht zurückgegangen (siehe dazu auch <a href="https://vermoegensperspektiven.de/vermoegensungleichheit-gesunken/">hier</a>). Dies zeigen die Zahlen des <a href="https://www.armuts-und-reichtumsbericht.de/DE/Service/Meldungen/Meldungen/sechster-armuts-und-reichtumsbericht.html" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Sechsten Armuts- und Reichtumsberichts der Bundesregierung (6. ARB), den das Bundeskabinett am 12. Mai 2021 verabschiedet hat</a>. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Armuts- und Reichtumsbericht analysiert die Vermögen in Deutschland und deren Verteilung auf Basis der Daten aus dem <a href="https://www.diw.de/de/diw_01.c.615551.de/forschungsbasierte_infrastruktureinrichtung__sozio-oekonomisches_panel__soep.html" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Sozio-oekonomischen Panel (SOEP)</a> und aus der <a href="https://www.destatis.de/DE/Themen/Gesellschaft-Umwelt/Einkommen-Konsum-Lebensbedingungen/Einkommen-Einnahmen-Ausgaben/Methoden/einkommens-verbrauchsstichprobe.html" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Einkommens- und Verbrauchsstichprobe (EVS)</a>. Die Befragungsdaten aus SOEP und EVS erfassen nicht alle Vermögenskomponenten der makroökonomischen Vermögensbilanz. Beide Quellen unterscheiden sich auch darin, welche Vermögenskomponenten sie in ihre Betrachtung einbeziehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die in der EVS erfassten Vermögen umfassen im engeren Sinne das verzinsliche Geldvermögen (Spar- und Bauspargutachten, Wertpapiere, Termingeld und angesammeltes Kapital bei Lebensversicherungen) und die Verkehrswerte von Immobilien abzüglich Hypotheken und Konsumschulden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im SOEP werden zusätzlich auch Betriebsvermögen sowie Sachvermögen in Form wertvoller Sammlungen wie Gold, Schmuck, Münzen oder Kunstgegenstände einbezogen. Zudem: Das SOEP analysiert die Vermögen auf Individual-/Personenebene, die EVS auf Haushaltsebene. Einzelheiten zu den Unterschieden zwischen SOEP und EVS sind dem <a href="https://www.armuts-und-reichtumsbericht.de/SharedDocs/Downloads/Service/Studien/1-studie-iaw-ifo-tuebingen.pdf" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Bericht <em>Analyse der Einkommens- und Vermögensverteilung in Deutschland </em></a>(Begleitforschung zum sechsten Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung) zu entnehmen (s. dort S. 305f.).</p>



<h3 class="wp-block-heading">Vermögensverteilung und Vermögensungleichheit laut SOEP</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Nachfolgend zunächst die Indikatoren der Vermögensverteilung in Deutschland auf Basis des SOEP (Personen in Privathaushalten):</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="922" height="714" src="https://vermoegensperspektiven.de/wp-content/uploads/2022/02/6.-ARB_Indikatoren-der-Vermoegensverteilung_SOEP.jpg" alt="Indikatoren zur Vermögensverteilung und Vermögensungleichheit in Deutschland | Alle Personen in Privathaushalten" class="wp-image-1537" srcset="https://vermoegensperspektiven.de/wp-content/uploads/2022/02/6.-ARB_Indikatoren-der-Vermoegensverteilung_SOEP.jpg 922w, https://vermoegensperspektiven.de/wp-content/uploads/2022/02/6.-ARB_Indikatoren-der-Vermoegensverteilung_SOEP-300x232.jpg 300w, https://vermoegensperspektiven.de/wp-content/uploads/2022/02/6.-ARB_Indikatoren-der-Vermoegensverteilung_SOEP-768x595.jpg 768w" sizes="(max-width: 922px) 100vw, 922px" /></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Die Tabelle zeigt, dass das arithmetische Mittel der Nettovermögen zwischen 2002 und 2017 um gut 37 Prozent von 77.648 auf 106.620 Euro gestiegen ist. Der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Gini-Koeffizient" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Gini-Koeffizient</a>, der zwischen 2002 und 2007 noch gestiegen ist, ist zwischen 2007 und 2017 leicht von 0,80 auf 0,78 zurückgegangen.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Vermögensverteilung und Vermögensungleichheit laut EVS</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Mit etwas anderen Zahlen kommt die Betrachtung auf Basis der EVS (Privathaushalte) zu demselben Ergebnis:</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="926" height="710" src="https://vermoegensperspektiven.de/wp-content/uploads/2022/02/6.-ARB_Indikatoren-der-Vermoegensverteilung_EVS.jpg" alt="Indikatoren zur Vermögensverteilung und Vermögensungleichheit in Deutschland | Alle Privathaushalte" class="wp-image-1538" srcset="https://vermoegensperspektiven.de/wp-content/uploads/2022/02/6.-ARB_Indikatoren-der-Vermoegensverteilung_EVS.jpg 926w, https://vermoegensperspektiven.de/wp-content/uploads/2022/02/6.-ARB_Indikatoren-der-Vermoegensverteilung_EVS-300x230.jpg 300w, https://vermoegensperspektiven.de/wp-content/uploads/2022/02/6.-ARB_Indikatoren-der-Vermoegensverteilung_EVS-768x589.jpg 768w" sizes="(max-width: 926px) 100vw, 926px" /></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Danach ist das arithmetische Mittel der Nettovermögen zwischen 2003 und 2018 um knapp 33 Prozent von 123.072 auf 163.497 Euro gestiegen ist. Der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Gini-Koeffizient" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Gini-Koeffizient</a>, der zwischen 2003 und 2008 noch gestiegen ist, ist zwischen 2008 und 2018 von 0,75 auf 0,71 zurückgegangen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Neben dem Sozio-oekonomischen Panel und der Einkommens- und Verbrauchsstichprobe steht mit dem Survey <a href="https://www.bundesbank.de/de/bundesbank/forschung/haushaltsstudie/ergebnisse/ergebnisse-der-studie-604886" target="_blank" rel="noreferrer noopener">„Private Haushalte und ihre Finanzen“</a> (PHF) eine weitere Mikrodatenbasis für Vermögensanalysen auf Haushaltsebene zur Verfügung.</p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://vermoegensperspektiven.de/vermoegensungleichheit-ruecklaeufig/">Vermögensungleichheit in Deutschland leicht rückläufig</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://vermoegensperspektiven.de">Vermögensperspektiven</a> und wurde geschrieben von <a rel="nofollow" href="https://vermoegensperspektiven.de/author/nicolaihammersen/">Dr. Nicolai Hammersen</a>.</p>
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