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	<title>Vermögensteuer &#8211; Vermögensperspektiven</title>
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	<description>Journal für die Diskussion der gesellschaftlichen Aspekte von Vermögen.</description>
	<lastBuildDate>Mon, 31 Oct 2022 16:23:25 +0000</lastBuildDate>
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	<title>Vermögensteuer &#8211; Vermögensperspektiven</title>
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		<title>Vermögensteuern verringern Vermögensbasis</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Dr. Nicolai Hammersen]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 31 Oct 2022 15:50:23 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Studien]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Vermögensteuer]]></category>
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					<description><![CDATA[<p><a rel="nofollow" href="https://vermoegensperspektiven.de">Vermögensperspektiven</a><br />
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<a rel="nofollow" href="https://vermoegensperspektiven.de">Vermögensperspektiven - Journal für die Diskussion der gesellschaftlichen Aspekte von Vermögen.</a></p>
<p>Die Forderung nach der Wiedereinführung &#8211; genauer gesagt: dem Wiederaufleben &#8211; der Vermögensteuer in Deutschland ist seit einiger Zeit weit verbreitet. Dazu nur einige Beispiele: Nach Ansicht der SPD (und der Grünen) sollten Reiche für die Kosten der Corona-Krise zahlen, [&#8230;]</p>
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<p class="wp-block-paragraph">Die Forderung nach der Wiedereinführung &#8211; genauer gesagt: dem Wiederaufleben &#8211; der Vermögensteuer in Deutschland ist seit einiger Zeit weit verbreitet. Dazu nur einige Beispiele: Nach <a href="https://www.vorwaerts.de/artikel/kulturschaffende-reiche-kosten-corona-krise-zahlen" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Ansicht der SPD (und der Grünen) sollten Reiche für die Kosten der Corona-Krise zahlen</a>, <a href="https://www.zdf.de/nachrichten/politik/bund-laender-runde-gaspreisbremse-entlastungspaket-reaktionen-100.html" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Linken-Chefin Janine Wissler sprach sich nach der jüngsten Bund-Länder-Konferenz zur Finanzierung der milliardenschweren Entlastungspakete in der Energiekrise für die Wiedereinführung der Vermögensteuer aus</a>, die <a href="https://www.rnd.de/politik/yasmin-fahimi-neue-dgb-vorsitzende-will-vermoegende-zur-kasse-bitten-BEZLONPDIFBYPJTDZG2WYICAIE.html" target="_blank" rel="noreferrer noopener">DGB-Vorsitzende Fahimi will, dass Vermögende einen größeren Beitrag zur Finanzierung des Gemeinwesens tragen</a>, die <a href="https://www.zeit.de/politik/deutschland/2022-10/kriegskosten-vermoegenssteuer-saskia-esken-dietmar-bartsch" target="_blank" rel="noreferrer noopener">SPD-Vorsitzende Esken schließlich will die Reichsten im Land aber auch den Kosten für den Wiederaufbau der Ukraine beteiligen</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Einführung einer Vermögensteuer oder Vermögensabgabe in Deutschland würde allerdings die steuerlichen Rahmenbedingungen für Investitionen, Beschäftigung und Wirtschaftswachstum signifikant auf Dauer verschlechtern. Zu dieser Schlussfolgerung kommt die Studie „Zur Debatte über die Einführung einer Nettovermögensteuer in Deutschland“, die Clemens Fuest, Präsident des ifo Instituts für die Stiftung Familienunternehmen verfasst hat (<a href="https://vermoegensperspektiven.de/vermoegensteuer-verschaerft-steuerlage/">siehe unseren Beitrag dazu</a>). Die Warnung, dass eine Vermögensteuer auf Dauer mehr Schaden als Nutzen stiftet, sollte zumindest ernst genommen werden. Interessant ist in diesem Zusammenhang, mit welchen Verhaltensreaktionen auf die (Wieder-)Einführung der Vermögensteuer eigentlich gerechnet werden muss, und wie sich gegebenenfalls die Steuerbemessungsgrundlagen verändern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bevor wir das näher betrachten, halten wir zunächst einmal die Tatsache fest, dass in den letzten Jahrzehnten haben immer mehr Staaten in Europa Vermögensteuern abgeschafft haben (<a href="https://vermoegensperspektiven.de/vermoegensteuer-bechtolsheim-reese/">s. die Tabelle dazu in diesem Beitrag</a>). „Wichtige Ursachen des internationalen Trends zur Abschaffung von Vermögensteuern sind Bewertungsprobleme, Steuervermeidung und Kapitalflucht“, schreibt Fuest in der oben erwähnten Studie. Diese und andere Phänomene sind in den vergangenen Jahren in einer ganzen Reihe von Forschungsarbeiten näher untersucht worden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine der jüngsten stammt von Arun Advani (University of Warwick) und Hannah Tarrant (London School of Economics). Beide haben in ihrem Beitrag „<a href="https://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/1475-5890.12283" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Behavioural responses to a wealth tax</a>” empirische Belege dafür untersucht, wie Personen auf die Anreize reagieren, die durch eine Nettovermögensteuer geschaffen werden. Denn eines ist klar: Das Steueraufkommen, das letztlich durch eine Vermögensteuer erzielt werden könnte, hängt nicht nur von dem Steuersatz und dem bereits vorhandenen Vermögen ab, sondern auch davon, wie der Einzelne sein steuerpflichtiges Vermögen als Reaktion auf die Steuer anpasst.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für Advani/Tarrant ist die wichtigste Größe, die es zu untersuchen gilt, die Elastizität des steuerpflichtigen Vermögens. Elastizität ist ein Maß, das die relative (prozentuale) Veränderung der abhängigen Variablen y (Wirkung) zur relativen Änderung der unabhängigen Variablen x (Ursache) angibt. Im vorliegenden Fall gibt die Elastizität des steuerpflichtigen Vermögens Aufschluss darüber, inwieweit das Niveau des steuerpflichtigen Vermögens (Wirkung) auf eine Änderung des Steuersatzes (Ursache) reagiert. Diese Elastizität messe den Gesamteffekt einer Vermögensteuer auf die Höhe des steuerpflichtigen Vermögens und damit auf die Höhe der Einnahmen, die erzielt werden könnten, so Advani/Tarrant.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Verhaltensreaktionen auf eine Vermögensteuer</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Mögliche Verhaltensreaktionen auf die Einführung einer Vermögensteuer sind laut den Autoren folgende:</p>



<ul class="wp-block-list"><li><em>Zu niedrige Angaben</em>: Wenn es einen Anreiz und die Möglichkeit dazu gebe, könnten Einzelpersonen den Wert ihres Vermögens zu niedrig angeben (oder den Wert ihrer Schulden aufblähen), um ihre Vermögenssteuerschuld zu verringern. Hierzu könne man entweder nicht alle Vermögenswerte oder den Wert der angegebenen Vermögenswerte zu niedrig angeben.</li><li><em>Offshore-Hinterziehung</em>: Kausale Belege für die Auswirkungen der Vermögensbesteuerung auf die Offshore-Hinterziehung &#8211; also das absichtliche Verschweigen oder Verstecken von Vermögen im Ausland &#8211; seien rar. Dennoch gebe es immer mehr Belege für das Ausmaß von Offshore-Hinterziehungspraktiken unter den Wohlhabenden in den USA und Skandinavien sowie weitere Belege, die darauf hindeuteten, dass die Besteuerung Offshoring-Reaktionen hervorrufe.</li><li><em>Schenkungen und Zerstückelung </em>(fragmentation): Anstatt Vermögen ins Ausland zu transferieren, könnten vermögende Privatpersonen auf die Vermögensbesteuerung reagieren, indem sie ihr Vermögen legal auf den Namen einer anderen Person übertrügen. Dabei könnte es sich um Schenkungen unter Lebenden handeln (bei Verzicht auf den Nutzen und die Kontrolle über das Vermögen) oder um die Übertragung an den Ehepartner oder die Kinder (möglicherweise unter Beibehaltung der Kontrolle, mit oder ohne Beibehaltung eines gewissen Nutzens).</li><li><em>Vermögenszusammensetzung</em>: Personen, die nicht willens oder in der Lage seien, die Vermögensbesteuerung durch Umverteilung innerhalb des Haushalts zu vermeiden, könnten stattdessen ihre Steuerschuld minimieren, indem sie ihr Vermögen auf verschiedene Vermögensklassen umverteilten. Die Aushöhlung der Steuerbemessungsgrundlage durch die Vermögenszusammensetzung, die darauf zurückzuführen sei, dass die Steuerbemessungsgrundlage durch Steuerbefreiungen und -erleichterungen geschmälert werde, habe in mehreren OECD-Ländern zur Abschaffung der Vermögensbesteuerung beigetragen.</li><li><em>Ersparnisse</em>: Angesichts der begrenzten Möglichkeiten, die Struktur der Vermögensbestände anzupassen, um eine Vermögenssteuer zu vermeiden, könnten Personen stattdessen den Gesamtwert ihrer Vermögensbestände anpassen. Das theoretische Argument besage, die Erhebung einer Vermögenssteuer verringere die Rendite des Sparens und veranlasse den Einzelnen dazu, heute mehr auszugeben (oder weniger zu arbeiten) und weniger für die Zukunft zurückzulegen. Das Argument, die Vermögensbesteuerung verringere den Anreiz zum Sparen, habe beim Rückgang der Vermögensteuern in den OECD-Ländern ebenfalls eine Rolle gespielt.</li><li><em>Arbeitsangebot</em>: Wenn der Einzelne mehr sparen würde, könnte er dies entweder durch eine Verringerung seines Konsums oder eine Erhöhung seines Arbeitsangebots erreichen. Durch ihre Auswirkungen auf die Rendite des Sparens wirke sich die Vermögensbesteuerung somit auf den Kompromiss zwischen Arbeit und Freizeit aus.</li><li><em>Abwanderung</em>: Die Abwanderung vermögender Personen werde in Zeiten der Globalisierung der der Mobilität von Hochqualifizierten als Gegenargument zu einer möglichen Vermögensbesteuerung ins Feld geführt. Auch dieses Argument habe zum Rückgang der Vermögensteuern in den OECD-Ländern beigetragen. Allerdings, so Advani/Tarrant, deuteten die vorhandenen Daten darauf hin, dass die Migrationsreaktionen auf alle Formen der Besteuerung im Verhältnis zu den potentiellen Einnahmen gering seien; es gebe wenig Unterstützung für die Ansicht, die Abwanderung wohlhabender Steuerzahler stelle eine erhebliche Bedrohung für die progressive Besteuerung dar.</li></ul>



<p class="wp-block-paragraph">Diese möglichen Verhaltensreaktionen sollten nicht als gegeben hingenommen werden. Sie seien in hohem Maße von der Gestaltung der Politik abhängig.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Steuerkonzeptionen mit Auswirkungen auf Elastizität</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Advani/Tarrant haben sich die Schätzungen der Elastizität des steuerpflichtigen Vermögens angesehen, die in den letzten Jahren für die <a href="https://www.cesifo.org/en/publications/2019/working-paper/behavioral-responses-wealth-taxes-evidence-switzerland" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Schweiz</a>, <a href="https://ieb.ub.edu/wp-content/uploads/2019/05/2019-IEB-WorkingPaper-04.pdf" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Spanien</a>, die <a href="https://www.semanticscholar.org/paper/The-Elasticity-of-Taxable-Wealth%3A-Evidence-from-the-Zoutman/a404eb0f4590f70a7be6a21802c8b5443e372030" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Niederlande</a>, <a href="https://academic.oup.com/qje/article/135/1/329/5584349" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Dänemark</a>, <a href="https://papers.ssrn.com/sol3/papers.cfm?abstract_id=3716257" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Norwegen</a>, <a href="https://www.aeaweb.org/articles?id=10.1257/pol.20150290" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Schweden</a> und <a href="https://www.iipf.org/papers/WealthTaxation_LondonoVelez_JMP.pdf" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Kolumbien</a> vorgelegt wurden. Die Elastizitäten seien sehr unterschiedlich und empfindlich gegenüber politischen Entscheidungen, die von Land zu Land sehr heterogen seien. Es gebe aber einige Steuerkonstruktionsmerkmale, die unterschiedliche Elastizitäten erklärten. Diese seien:</p>



<ul class="wp-block-list"><li><em>Erstens </em>seien die Elastizitäten des zu versteuernden Vermögens tendenziell höher in Steuersystemen, die mehr Spielraum für unzureichende Angaben böten. Die Meldung von Vermögenswerten durch Dritte (z.B. durch Finanzinstitute) sei ein einflussreicher Faktor.</li><li><em>Zweitens </em>böte die Befreiung von Vermögenswerten von der Steuerbemessungsgrundlage Anreize, die Portfoliozusammensetzung zugunsten von steuerbefreiten Vermögenswerten zu verschieben; dadurch könne sich die Gesamtelastizität des steuerpflichtigen Vermögens erhöhen.</li><li><em>Drittens </em>hingen die Vermögenselastizitäten vom Grad der Zentralisierung der Vermögensteuer ab. In Spanien und der Schweiz, beides Länder mit dezentralisierter Vermögensbesteuerung, dürfte die interregionale Mobilität als Reaktion auf unterschiedliche Steuersätze und Freibeträge die Gesamtelastizität des Vermögens erhöhen, so Advani/Tarrant.</li></ul>



<h3 class="wp-block-heading">Fazit: Schrumpfung der Vermögensbasis</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Im Ergebnis deuteten die Erkenntnisse aus anderen Ländern darauf hin, dass eine gut konzipierte britische Vermögensteuer, die alle Vermögenswerte erfasse und in großem Umfang auf die Meldung von Vermögenswerten durch Dritte zurückgreife, nach einem Zeitraum von vier bis acht Jahren eine Elastizität des steuerpflichtigen Vermögens in Bezug auf den Nettosteuersatz in der Größenordnung von 7 bis 17 Prozent erreichen könnte &#8211; je nachdem, welche Annahmen über den Umfang der internationalen Migrationsreaktionen getroffen würden. Dies bedeute, die Vermögensbasis würde als Reaktion auf einen Steuersatz von 1 Prozent auf das Vermögen um 7 bis 17 Prozent schrumpfen.</p>
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		<title>Vermögensteuer: Bechtolsheim diskutiert mit „Tax me now“-Mitglied Reese</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Christian Frhr. von Bechtolsheim]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 07 Mar 2022 17:12:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Peter Reese]]></category>
		<category><![CDATA[Tax me now]]></category>
		<category><![CDATA[Vermögensteuer]]></category>
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					<description><![CDATA[<p><a rel="nofollow" href="https://vermoegensperspektiven.de">Vermögensperspektiven</a><br />
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<p>In meiner BI-Kolumne „Geld &#38; Werte“ habe ich mich im Januar kritisch zur Einführung einer Vermögensteuer geäußert und dabei auch die Protagonisten von „Tax me now“ kritisiert. Das Problem: Die wirklich Reichen in Deutschland sind mittelständische Unternehmer, deren wesentliches Vermögen [&#8230;]</p>
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<p class="wp-block-paragraph">In meiner <a href="https://www.businessinsider.de/wirtschaft/finanzen/warum-ich-gegen-eine-vermoegenssteuer-fuer-reiche-bin-a/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">BI-Kolumne „Geld &amp; Werte“ habe ich mich im Januar kritisch zur Einführung einer Vermögensteuer geäußert</a> und dabei auch die Protagonisten von „<a href="https://www.taxmenow.eu" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Tax me now</a>“ kritisiert. Das Problem: Die wirklich Reichen in Deutschland sind mittelständische Unternehmer, <a href="https://vermoegensperspektiven.de/betriebsvermoegen-spielen-fuer-die-wohlhabendsten-eine-grosse-rolle/">deren wesentliches Vermögen im Unternehmen gebunden ist</a> (gerade das ist bei den Mitgliedern von „Tax me now“ nicht der Fall). Eine Vermögensteuer würde daher vor allem mittelständischen Unternehmen enorm schaden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach Veröffentlichung der Kolumne kam Kritik. Die Redaktion von BusinessInsider wollte die Debatte zum Thema Vermögensteuer und Erbe nicht bei Kommentaren in den sozialen Medien belassen und <a href="https://www.businessinsider.de/wirtschaft/finanzen/streitgespraech-was-bringt-eine-vermoegenssteuer-a/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">hat Peter Reese, Mitglied der „Tax me now“-Bewegung, und mich zu einem Streitgespräch eingeladen</a>.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Folgen einer Vermögensteuer signifikant</h3>



<p class="wp-block-paragraph">An dieser Stelle möchte ich gerne folgende ergänzende Hinweise geben:</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Forderung, einer Vermögensteuer in Höhe von 1 Prozent einzuführen, klingt prima vista nicht nach viel. Regelmäßig heißt es dann auch von den Befürwortern, 1 Prozent könne doch für die Millionäre und Milliardäre kein so großes Problem sein. Tatsache aber ist: „Die ökonomischen Wirkungen der Einführung von Nettovermögensteuern sind bereits bei gering erscheinenden Steuersätzen signifikant“, wie Clemens Fuest, Präsident des ifo Instituts, in einer <a href="https://www.familienunternehmen.de/media/public/pdf/publikationen-studien/studien/Zur-Debatte-ueber-die-Einfuehrung-einer-Nettovermoegensteuer-in-Deutschland_Studie_Stiftung-Familienunternehmen.pdf" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Studie zu den Auswirkungen einer Vermögensteuer</a> aus dem vergangenen Jahr schreibt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Reese sagt in dem Gespräch weiterhin: „Es gab Vermögenssteuern seit dem Kaiserreich bis einschließlich 1996. Und es gibt sie in vielen anderen Ländern bis heute.“ Tatsache ist: In den letzten Jahrzehnten haben immer mehr Staaten in Europa Vermögensteuern abgeschafft (s. die folgende Abb.).</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="899" height="578" src="https://vermoegensperspektiven.de/wp-content/uploads/2022/03/SFU-ifo_Laender-die-Vermoegensteuer-abgeschafft-haben.jpg" alt="Länder, die die Vermögensteuer abgeschafft haben" class="wp-image-1637" srcset="https://vermoegensperspektiven.de/wp-content/uploads/2022/03/SFU-ifo_Laender-die-Vermoegensteuer-abgeschafft-haben.jpg 899w, https://vermoegensperspektiven.de/wp-content/uploads/2022/03/SFU-ifo_Laender-die-Vermoegensteuer-abgeschafft-haben-300x193.jpg 300w, https://vermoegensperspektiven.de/wp-content/uploads/2022/03/SFU-ifo_Laender-die-Vermoegensteuer-abgeschafft-haben-768x494.jpg 768w" sizes="(max-width: 899px) 100vw, 899px" /><figcaption>Länder, die ihre Vermögensteuer abgeschafft haben</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">„Wichtige Ursachen des internationalen Trends zur Abschaffung von Vermögensteuern sind Bewertungsprobleme, Steuervermeidung und Kapitalflucht“, schreibt Fuest in der oben erwähnten Studie.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Die „obersten Prozente“ leisten ihren steuerlichen Beitrag</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Schließlich: Reese meint, es sei „eine Frechheit (…), wie die obersten Prozente besteuert werden“. Tatsache ist: Auch die obersten Prozente unterliegen den üblichen Ertragsteuern und werden darüber – entsprechend ihrer Leistungsfähigkeit („breite Schultern müssen mehr tragen“) – besteuert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach einer <a href="https://www.iwkoeln.de/presse/pressemitteilungen/martin-beznoska-reiche-tragen-den-loewenanteil.html" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Untersuchung des Instituts der Deutschen Wirtschaft (IW) von November 2018</a> tragen zehn Prozent der Steuerpflichtigen 51,7 Prozent der gesamten Einkommensteuer. „Den Löwenanteil tragen Reiche“, sagt Martin Beznoska, Senior Economist für Finanz- und Steuerpolitik beim IW in Köln. So zahlen 2,3 Prozent aller steuerpflichtigen Personen mehr als 25.000 Euro im Jahr und tragen damit insgesamt rund ein Viertel zu den Einnahmen aus der Einkommensteuer bei.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nicht nur Privatpersonen, auch Unternehmen leisten ihren Beitrag zur Finanzierung des Staates. In Deutschland lag die tarifliche Besteuerung des Gewinns von Kapitalgesellschaften 2018 (nominal) bei 29,9 Prozent (Körperschaftsteuern, Gewerbeertragsteuern und vergleichbare andere Steuern des Zentralstaats und der Gebietskörperschaften; Quelle: BMF). Deutschland lag 2018 im internationalen Vergleich unter den Top-5-Staaten mit der höchsten Unternehmensbesteuerung und bei der maximalen Besteuerung des Anteilseigners auf Position sieben von 33 Staaten.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://www.familienunternehmen.de/media/public/pdf/publikationen-studien/studien/Der-Beitrag-der-Familienunternehmen-zum-Steueraufkommen-in-Deutschland_Studie_Stiftung-Familienunternehmen.pdf" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Im Auftrag der Stiftung Familienunternehmen hat das Münchner ifo Institut den Beitrag der Familienunternehmen zum Steueraufkommen in Deutschland untersucht</a>. Der im Oktober 2020 vorgelegten Untersuchung zufolge zahlten Familienunternehmen in den Jahren 2010 bis 2018 etwa 67 Milliarden Euro pro Jahr an Unternehmenssteuern in Deutschland. Das seien in etwa 48 Prozent des Gesamtaufkommens an Unternehmenssteuern. Auf die 500 größten Familienunternehmen entfielen davon rund zwölf Milliarden Euro, also ein knappes Fünftel.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Studie weist nach, dass große Familienunternehmen besonders stark besteuert werden. Die durchschnittliche Steuerbelastung der 500 größten deutschen Familienunternehmen liege schon auf Unternehmensebene bei etwa 28 Prozent. Unter Berücksichtigung der Steuern auf Gesellschafterebene (Einkommensteuer der Gesellschafter von Personengesellschaften bzw. Abgeltungsteuer auf Ausschüttungen von Kapitalgesellschaften) errechne sich eine durchschnittliche Belastung von fast 38 Prozent. Deutlich mehr als ein Drittel der Unternehmenserträge werde in Form von Steuern an den Staat weitergegeben.</p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://vermoegensperspektiven.de/vermoegensteuer-bechtolsheim-reese/">Vermögensteuer: Bechtolsheim diskutiert mit „Tax me now“-Mitglied Reese</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://vermoegensperspektiven.de">Vermögensperspektiven</a> und wurde geschrieben von <a rel="nofollow" href="https://vermoegensperspektiven.de/author/christianbechtolsheim/">Christian Frhr. von Bechtolsheim</a>.</p>
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		<title>Was gegen eine Vermögensteuer spricht</title>
		<link>https://vermoegensperspektiven.de/was-gegen-vermoegensteuer-spricht/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Christian Frhr. von Bechtolsheim]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 25 Jan 2022 17:13:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Geld & Werte]]></category>
		<category><![CDATA[In Tax We Trust]]></category>
		<category><![CDATA[Substanzsteuer]]></category>
		<category><![CDATA[Vermögensteuer]]></category>
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					<description><![CDATA[<p><a rel="nofollow" href="https://vermoegensperspektiven.de">Vermögensperspektiven</a><br />
<img src="https://vermoegensperspektiven.de/wp-content/uploads/2021/11/Business-Insider_Kolumne_Christian-von-Bechtolsheim.jpg" style="display: block; margin: 1em auto"><br />
<a rel="nofollow" href="https://vermoegensperspektiven.de">Vermögensperspektiven - Journal für die Diskussion der gesellschaftlichen Aspekte von Vermögen.</a></p>
<p>In meinem aktuellen Beitrag für die Business Insider&#8211;Kolumne Geld &#38; Werte beschäftige ich mich mit der Forderung von rund 100 Millionären nach einer Vermögensteuer für die Reichsten. Die Unterzeichner des Aufrufs In Tax We Trust schreiben: „The world &#8211; every [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://vermoegensperspektiven.de/was-gegen-vermoegensteuer-spricht/">Was gegen eine Vermögensteuer spricht</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://vermoegensperspektiven.de">Vermögensperspektiven</a> und wurde geschrieben von <a rel="nofollow" href="https://vermoegensperspektiven.de/author/christianbechtolsheim/">Christian Frhr. von Bechtolsheim</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><a rel="nofollow" href="https://vermoegensperspektiven.de">Vermögensperspektiven</a><br />
<img src="https://vermoegensperspektiven.de/wp-content/uploads/2021/11/Business-Insider_Kolumne_Christian-von-Bechtolsheim.jpg" style="display: block; margin: 1em auto"><br />
<a rel="nofollow" href="https://vermoegensperspektiven.de">Vermögensperspektiven - Journal für die Diskussion der gesellschaftlichen Aspekte von Vermögen.</a></p>

<p class="wp-block-paragraph">In meinem aktuellen Beitrag für die <a href="https://www.businessinsider.de" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Business Insider</a>&#8211;<a href="https://www.businessinsider.de/wirtschaft/finanzen/warum-ich-gegen-eine-vermoegenssteuer-fuer-reiche-bin-a/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Kolumne Geld &amp; Werte</a> beschäftige ich mich mit der <a href="https://vermoegensperspektiven.de/forderung-von-millionaeren-nach-vermoegensteuer-geht-fehl/">Forderung von rund 100 Millionären nach einer Vermögensteuer für die Reichsten</a>. Die Unterzeichner des <a href="https://www.intaxwetrust.org" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Aufrufs <em>In Tax We Trust </em></a>schreiben: „The world &#8211; every country in it &#8211; must demand the rich pay their fair share. Tax us, the rich, and tax us now.“</p>



<h3 class="wp-block-heading" id="wert-der-globalisierung-wird-weit-unterschatzt">Wert der Globalisierung wird weit unterschätzt</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Es steht außer Frage, dass Vermögen ungleich, teilweise sehr ungleich verteilt sind. Es steht auch außer Frage, dass es in unserem weltweiten kapitalistischen System immer wieder zu erschreckenden Auswüchsen kommt. Gleichzeitig gilt aber auch: Der Wert der Globalisierung wird bei weitem unterschätzt. 2018 kam das <a href="https://www.imf.org/en/Publications/WP/Issues/2018/03/13/The-Distribution-of-Gains-from-Globalization-45722" target="_blank" rel="noreferrer noopener">IMF Working Paper „The Distribution of Gains from Globalization“</a> zu dem Ergebnis, dass die wirtschaftliche Globalisierung zu erheblichen Einkommensgewinnen führt. Diese Gewinne sind jedoch sowohl zwischen als auch innerhalb der Länder ungleich verteilt. Der Schwede <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Hans_Rosling" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Hans Rosling</a>, der für sein Buch <a href="https://www.amazon.de/Factfulness-lernen-Welt-sehen-wirklich-ebook/dp/B077K69VX2" target="_blank" rel="noreferrer noopener">„Factfulness. Wie wir lernen, die Welt so zu sehen, wie sie wirklich ist“</a> (2018) viel Aufmerksamkeit erntete, zeigt in einer <a href="https://www.gapminder.org/tools/#$model$markers$mountain$encoding$group$data$;;;;;;&amp;chart-type=mountain&amp;url=v1" target="_blank" rel="noreferrer noopener">interaktiven Grafik</a> die weltweite Einkommensentwicklung von 1800 bis 2019.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" width="1024" height="490" src="https://vermoegensperspektiven.de/wp-content/uploads/2022/09/Rosling1-1024x490.jpg" alt="Entwicklung der extremen Armut, 1970" class="wp-image-1958" srcset="https://vermoegensperspektiven.de/wp-content/uploads/2022/09/Rosling1-1024x490.jpg 1024w, https://vermoegensperspektiven.de/wp-content/uploads/2022/09/Rosling1-300x144.jpg 300w, https://vermoegensperspektiven.de/wp-content/uploads/2022/09/Rosling1-768x368.jpg 768w, https://vermoegensperspektiven.de/wp-content/uploads/2022/09/Rosling1-1536x735.jpg 1536w, https://vermoegensperspektiven.de/wp-content/uploads/2022/09/Rosling1.jpg 1567w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>



<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" width="1024" height="513" src="https://vermoegensperspektiven.de/wp-content/uploads/2022/09/Rosling2-1-1024x513.jpg" alt="Entwicklung der extremen Armut, 2000" class="wp-image-1961" srcset="https://vermoegensperspektiven.de/wp-content/uploads/2022/09/Rosling2-1-1024x513.jpg 1024w, https://vermoegensperspektiven.de/wp-content/uploads/2022/09/Rosling2-1-300x150.jpg 300w, https://vermoegensperspektiven.de/wp-content/uploads/2022/09/Rosling2-1-768x384.jpg 768w, https://vermoegensperspektiven.de/wp-content/uploads/2022/09/Rosling2-1-1536x769.jpg 1536w, https://vermoegensperspektiven.de/wp-content/uploads/2022/09/Rosling2-1.jpg 1564w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="546" src="https://vermoegensperspektiven.de/wp-content/uploads/2022/09/Rosling3-1024x546.jpg" alt="Entwicklung der extremen Armut, 2021" class="wp-image-1960" srcset="https://vermoegensperspektiven.de/wp-content/uploads/2022/09/Rosling3-1024x546.jpg 1024w, https://vermoegensperspektiven.de/wp-content/uploads/2022/09/Rosling3-300x160.jpg 300w, https://vermoegensperspektiven.de/wp-content/uploads/2022/09/Rosling3-768x410.jpg 768w, https://vermoegensperspektiven.de/wp-content/uploads/2022/09/Rosling3-1536x819.jpg 1536w, https://vermoegensperspektiven.de/wp-content/uploads/2022/09/Rosling3.jpg 1567w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn man nur einmal die Entwicklung seit 1970 betrachtet, wird deutlich, wie sehr die Globalisierung dazu beigetragen hat, Menschen aus der Armut herauszuholen. So lebten noch 1970 45 Prozent der Weltbevölkerung in extremer Armut, d. h. von weniger als 2 US-Dollar am Tag (die Weltbank definiert 1,90 Dollar am Tag als absolute Armut“), 1980 waren es 43 Prozent, 1990 39 Prozent und 2000 noch 31 Prozent. In den ersten zehn Jahren des 21. Jahrhundert sank der Anteil der Menschen, die mit weniger als 2 Dollar am Tag auskommen müssen, auf 19 Prozent; 2021 lag er bei 10 Prozent.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Vermögensteuer bedeutete Eingriff in die Substanz</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Dies vorausgeschickt: Sicher, es gibt die enormen Vermögenszuwächse etwa bei den Eigentümern von Online-Diensten, Tech-Plattformen und Pharmaunternehmen. Repräsentativ für alle sogenannten „Reichen“ sind sie nicht. Natürlich dürfte es dem Besitzer von 100 Millionen nicht allzu viel ausmachen, wenn er jährlich 2 Prozent abgeben muss, oder dem Besitzer von 100 Milliarden, wenn er 5 Prozent jährlich zahlen soll (das sind die Prozentzahlen, die die Initiatoren von <em>In Tax We Trust </em>fordern).</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="991" height="616" src="https://vermoegensperspektiven.de/wp-content/uploads/2022/09/IW_Auswirkung-einer-Vermoegensteuer-auf-Unternehmen.jpg" alt="Auswirkungen einer Vermögensteuer von 1 Prozent auf die Steuerbelastung von Unternehmen" class="wp-image-1963" srcset="https://vermoegensperspektiven.de/wp-content/uploads/2022/09/IW_Auswirkung-einer-Vermoegensteuer-auf-Unternehmen.jpg 991w, https://vermoegensperspektiven.de/wp-content/uploads/2022/09/IW_Auswirkung-einer-Vermoegensteuer-auf-Unternehmen-300x186.jpg 300w, https://vermoegensperspektiven.de/wp-content/uploads/2022/09/IW_Auswirkung-einer-Vermoegensteuer-auf-Unternehmen-768x477.jpg 768w" sizes="(max-width: 991px) 100vw, 991px" /></figure>



<p class="wp-block-paragraph">„Der Hund liegt aber woanders begraben, denn unsere wirklich Reichen in Deutschland sind mittelständische Unternehmer, deren wesentliches Vermögen im Unternehmen gebunden ist“, schreibe ich in meiner Kolumne. Da die Eigentümer solcher Unternehmen in der Regel privat nicht über genug Barmittel verfügen, um erhöhte Erbschaft- oder Vermögensteuern bezahlen zu können, müssten sie dem Unternehmen Eigenkapital entziehen.&nbsp;Das wäre ein folgenschwerer Eingriff in die Substanz.</p>



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		<title>Forderung nach Vermögensteuer geht fehl</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Dr. Nicolai Hammersen]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 21 Jan 2022 14:57:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[In Tax We Trust]]></category>
		<category><![CDATA[Oxfam]]></category>
		<category><![CDATA[Umverteilung]]></category>
		<category><![CDATA[Ungleichheit]]></category>
		<category><![CDATA[Vermögensteuer]]></category>
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					<description><![CDATA[<p><a rel="nofollow" href="https://vermoegensperspektiven.de">Vermögensperspektiven</a><br />
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<a rel="nofollow" href="https://vermoegensperspektiven.de">Vermögensperspektiven - Journal für die Diskussion der gesellschaftlichen Aspekte von Vermögen.</a></p>
<p>Eine Gruppe von über 100 Millionären und Milliardären aus neun Ländern hat anlässlich der The Davos Agenda des World Economic Forum einen offenen Brief an Regierungen und Wirtschaftsführer veröffentlicht, in dem sie eine dauerhafte jährliche Vermögensteuer für die Reichsten fordern. [&#8230;]</p>
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<a rel="nofollow" href="https://vermoegensperspektiven.de">Vermögensperspektiven - Journal für die Diskussion der gesellschaftlichen Aspekte von Vermögen.</a></p>

<p class="wp-block-paragraph">Eine Gruppe von über 100 Millionären und Milliardären aus neun Ländern hat anlässlich der <a href="https://www.weforum.org/events/the-davos-agenda-2022" target="_blank" rel="noreferrer noopener"><em>The Davos Agenda </em>des World Economic Forum</a> einen offenen Brief an Regierungen und Wirtschaftsführer veröffentlicht, in dem sie eine dauerhafte jährliche Vermögensteuer für die Reichsten fordern. Ihr Ziel: Sie wollen damit die extreme Ungleichheit verringern und Einnahmen für eine nachhaltige und langfristige Verbesserung der öffentlichen Dienstleistungen wie der Gesundheitsversorgung erzielen. Das <a href="https://www.oxfam.org/en/press-releases/over-100-millionaires-call-wealth-taxes-richest-raise-revenue-could-lift-billions" target="_blank" rel="noreferrer noopener">berichtet der internationale Entwicklungs- und Katastrophenhilfe-Verbund Oxfam</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach einer <a href="https://patrioticmillionaires.org/wp-content/uploads/Annual-Wealth-Tax-Factsheet.pdf" target="_blank" rel="noreferrer noopener">neuen Analyse der Fight Inequality Alliance, des Institute for Policy Studies, von Oxfam und der Patriotic Millionaires</a> könnte eine Vermögensteuer, die bei Millionären mit 2 Prozent jährlich beginnt und bei Milliardären auf 5 Prozent jährlich ansteigt, 2,52 Billionen US-Dollar (2,23 Millionen Euro) pro Jahr einbringen, schreibt Oxfam. Dies sei genug, um 2,3 Milliarden Menschen aus der Armut zu befreien, genügend Impfstoffe für die ganze Welt herzustellen und eine universelle Gesundheitsversorgung und sozialen Schutz für alle Bürger der Länder mit niedrigem und niedrigem bis mittlerem Einkommen (3,6 Milliarden Menschen) zu gewährleisten.</p>



<h3 class="wp-block-heading" id="kampagne-in-tax-we-trust-stark-angelsachsisch-gepragt">Kampagne <em>In Tax We Trust </em>stark angelsächsisch geprägt</h3>



<p class="wp-block-paragraph">In einem auf der Webseite <em><a href="https://www.intaxwetrust.org" target="_blank" rel="noreferrer noopener">In Tax We Trust </a></em>veröffentlichten offenen Brief schreiben in Unterzeichner: „As millionaires, we know that the current tax system is not fair. Most of us can say that, while the world has gone through an immense amount of suffering in the last two years, we have actually seen our wealth rise during the pandemic &#8211; yet few if any of us can honestly say that we pay our fair share in taxes.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Weiter heißt es: „The world – every country in it – must demand the rich pay their fair share. Tax us, the rich, and tax us now.“ Die Kampagne „In Tax We Trust“ wird getragen von den Organisationen <a href="https://patrioticmillionaires.org" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Patriotic Millionaires</a>, <a href="https://millionairesforhumanity.org" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Millionaires for Humanity</a> und <a href="https://www.taxmenow.eu" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Tax Me Now</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Flankierend zu der Kampagne <a href="https://oecd-development-matters.org/2022/01/12/to-recover-from-the-crisis-tax-the-wealth-of-multimillionaires-like-me/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">schreibt beispielsweise Djaffar Shalchi, Unternehmer aus Dänemark und Gründer von Millionaires for Humanity</a>: „As the world reels from the COVID-19 crisis, countries desperately need to finance health for all, the economic recovery, and poverty reduction. And as the world grapples with the social tensions generated by rising inequality, countries desperately need to find a way to rebuild social cohesion. The great news for 2022 is that there is a way: tax the wealth of multimillionaires to help fund the achievement of the Sustainable Development Goals (SDGs). (&#8230;) </p>



<p class="wp-block-paragraph">We will only emerge from this crisis into a period of sustainable development and shared prosperity if we are courageous enough to put justice at the heart of policy. And if we generate the resources needed to finance the public goods essential to a broad-based and inclusive recovery. A wealth tax on multimillionaires is one important way to help us get there. That is why we, a growing band of multimillionaires, are joining the movement calling for a wealth tax. The time is now. Tax us.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Von den rund 100 Unterzeichnern des offenen Briefs der Kampagne <em>In Tax We Trust </em>kommen 59 aus den USA, 20 aus UK, acht aus Deutschland, fünf aus Canada, jeweils drei aus den Dänemark (davon 1 x Iran/Dänemark) und den Niederlanden, zwei aus Österreich und einer aus Norwegen. Aus Deutschland haben unterzeichnet: Helene Böhmer, Stefanie Bremer, Simon Hermann, Gerd Hofielen, Allan Moelholm, Antonis Schwarz, Ralph Suikat und Irmingard Weise. Rund 80 Prozent der Unterzeichner kommen aus den USA und aus UK, aus Deutschland gerade einmal 8 Prozent. Der Grund dürfte vor allem darin zu suchen sein, dass <a href="https://www.familienunternehmen.de/fokus/steuern" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Vermögende in Deutschland – insbesondere soweit die unternehmerische Verantwortung tragen – bereits ihren fairen Anteil zu den Steuern beitragen</a>. </p>



<h3 class="wp-block-heading" id="fur-unternehmer-bedeutet-vermogensteuer-eingriff-in-die-substanz">Für Unternehmer bedeutet Vermögensteuer Eingriff in die Substanz</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Was ist von solchen, regelmäßig wiederkehrenden Aufrufen zu halten? Das grundsätzliche Problem besteht darin, dass diejenigen, die sich für eine Vermögensteuer stark machen, in der Regel über ein reines Finanzvermögen verfügen, also kein unternehmerisch gebundenes Vermögen. Daher tragen die Protagonisten in der Regel keine Verantwortung für Firmen und Arbeitsplätze. Da lässt es sich schon leichter fordern, höher besteuert zu werden. Bei Unternehmern würde eine <a href="https://vermoegensperspektiven.de/was-gegen-vermoegensteuer-spricht/">Vermögensteuer</a> regelmäßig die <a href="https://www.zew.de/publikationen/die-folgen-von-substanzsteuern-fuer-familienunternehmen-staat-und-gesellschaft" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Substanz des Unternehmens angreifen</a>.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="991" height="616" src="https://vermoegensperspektiven.de/wp-content/uploads/2022/09/IW_Auswirkung-einer-Vermoegensteuer-auf-Unternehmen.jpg" alt="Auswirkungen einer Vermögensteuer von 1 Prozent auf die Steuerbelastung von Unternehmen" class="wp-image-1963" srcset="https://vermoegensperspektiven.de/wp-content/uploads/2022/09/IW_Auswirkung-einer-Vermoegensteuer-auf-Unternehmen.jpg 991w, https://vermoegensperspektiven.de/wp-content/uploads/2022/09/IW_Auswirkung-einer-Vermoegensteuer-auf-Unternehmen-300x186.jpg 300w, https://vermoegensperspektiven.de/wp-content/uploads/2022/09/IW_Auswirkung-einer-Vermoegensteuer-auf-Unternehmen-768x477.jpg 768w" sizes="(max-width: 991px) 100vw, 991px" /></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Darüber hinaus haben andere Länder keine guten Erfahrungen mit höheren Steuern für Vermögende gemacht. Dazu zählt beispielsweise Frankreich. Dort hat die ab 1982 (mit Unterbrechung zwischen 1986 bis 1988) geltende Vermögensteuer zu Abwanderungen vermögender Steuerzahler insbesondere nach Belgien und in die Schweiz beigetragen. 2012 wurde unter François Hollande eine Reichensteuer von 75 Prozent auf Gehälter von über einer Million Euro eingeführt. In der Folge mehrten sich erneut die Berichte über prominente Auswanderer.</p>



<h3 class="wp-block-heading" id="umverteilung-lost-keine-probleme">Umverteilung löst keine Probleme</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Die Diskussion über Vermögen und seine Verteilung oder Umverteilung verharrt in der Regel leider viel zu einseitig bei der Frage, ob das Vermögen, das vorhanden ist, gerecht verteilt ist, und was gegebenenfalls getan werden muss, um eine „gerechtere“ Verteilung zu gewährleisten. Das Ergebnis dieses Gedankengangs ist immer dasselbe: Es lautet Umverteilung. An dieser Stelle wäre es hilfreich, die Umverteilungs- und Fürsorge-Apologeten würden sich an eine Mahnung von Margaret Thatcher erinnern, die gesagt hat:</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow"><p>„The problem with socialism is that you eventually run out of other people’s money.“</p></blockquote>



<p class="wp-block-paragraph">Anstatt weiter dem Fehlglauben anzuhängen, alle sozialen Probleme seien gelöst, würden die Reichen nur stärker zur Kasse gebeten, wäre es nützlich, nicht nur über die Verteilung des Bestehenden nachzudenken, sondern auch darüber, wie wir „den Kuchen vergrößern“ – und zwar für alle. Ohne eine deutliche Ausweitung des Sachvermögens (Immobilien und Unternehmensbeteiligungen) für breite Bevölkerungskreise werden wir hier nicht weiterkommen.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Vermögensteuer würde steuerliche Rahmenbedingungen erheblich verschlechtern</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Dr. Nicolai Hammersen]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 06 Sep 2021 09:49:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Studien]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Vermögensteuer]]></category>
		<category><![CDATA[Vermögensungleichheit]]></category>
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					<description><![CDATA[<p><a rel="nofollow" href="https://vermoegensperspektiven.de">Vermögensperspektiven</a><br />
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<a rel="nofollow" href="https://vermoegensperspektiven.de">Vermögensperspektiven - Journal für die Diskussion der gesellschaftlichen Aspekte von Vermögen.</a></p>
<p>Die Einführung einer Vermögensteuer oder Vermögensabgabe in Deutschland würde die steuerlichen Rahmenbedingungen für Investitionen, Beschäftigung und Wirtschaftswachstum signifikant auf Dauer verschlechtern. Zu dieser Schlussfolgerung kommt die Studie „Zur Debatte über die Einführung einer Nettovermögensteuer in Deutschland“, die Clemens Fuest, Präsident [&#8230;]</p>
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<a rel="nofollow" href="https://vermoegensperspektiven.de">Vermögensperspektiven - Journal für die Diskussion der gesellschaftlichen Aspekte von Vermögen.</a></p>

<p class="wp-block-paragraph">Die Einführung einer Vermögensteuer oder Vermögensabgabe in Deutschland würde die steuerlichen Rahmenbedingungen für Investitionen, Beschäftigung und Wirtschaftswachstum signifikant auf Dauer verschlechtern. Zu dieser Schlussfolgerung kommt die <a href="https://www.familienunternehmen.de/media/public/pdf/publikationen-studien/studien/Zur-Debatte-ueber-die-Einfuehrung-einer-Nettovermoegensteuer-in-Deutschland_Studie_Stiftung-Familienunternehmen.pdf" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Studie „Zur Debatte über die Einführung einer Nettovermögensteuer in Deutschland“</a>, die <a href="https://www.ifo.de/fuest-c" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Clemens Fuest</a>, Präsident des <a href="https://www.ifo.de" target="_blank" rel="noreferrer noopener">ifo Instituts</a> für die <a href="https://www.familienunternehmen.de/de/pressebereich/meldungen/2021/2021-08-30/vermoegensteuer-bringt-wenig-oder-bremst-die-konjunktur" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Stiftung Familienunternehmen</a> verfasst hat. Eine Vermögensteuer wäre zudem ein deutliches Signal an in- und ausländische Investoren, Deutschland als Standort für unternehmerische Aktivitäten zu meiden. Wachstum und Beschäftigung und die so wichtige wirtschaftliche Erholung nach der Corona-Krise würden beeinträchtigt.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Vermögensungleichheit seit 2007 konstant</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Forderungen nach einer Vermögensteuer würden unter anderem mit wachsender Vermögensungleichheit begründet. Zumindest seit 2007 sei die Vermögensungleichheit in Deutschland jedoch konstant, so die Studie.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="886" height="570" src="https://vermoegensperspektiven.de/wp-content/uploads/2022/03/SFU-ifo_Vermoegensungleichheit-in-D-2007-bis-2017.jpg" alt="Vermögensungleichheit in Deutschland, 2007-2017" class="wp-image-1629" srcset="https://vermoegensperspektiven.de/wp-content/uploads/2022/03/SFU-ifo_Vermoegensungleichheit-in-D-2007-bis-2017.jpg 886w, https://vermoegensperspektiven.de/wp-content/uploads/2022/03/SFU-ifo_Vermoegensungleichheit-in-D-2007-bis-2017-300x193.jpg 300w, https://vermoegensperspektiven.de/wp-content/uploads/2022/03/SFU-ifo_Vermoegensungleichheit-in-D-2007-bis-2017-768x494.jpg 768w" sizes="(max-width: 886px) 100vw, 886px" /></figure>



<p class="wp-block-paragraph">In internationalen Vergleichen werde für Deutschland eine überdurchschnittliche Vermögensungleichheit gemessen. Dabei werde aber <a href="https://vermoegensperspektiven.de/rentenansprueche-reduzieren-vermoegensungleichheit-um-ueber-20-prozent/">Vermögen in Form von Renten- und Pensionsansprüchen ausgeblendet</a>, das in Deutschland eine größere Rolle spiele als in anderen Ländern. Insofern überzeichneten internationale Vergleiche die relative Ungleichheit der deutschen Vermögensverteilung. Die <a href="https://vermoegensperspektiven.de/vermoegensverteilung-in-deutschland-weniger-ungleich-als-gewoehnlich-behauptet/">Berücksichtigung dieses erweiterten Vermögensbegriffs führe beispielsweise dazu, dass der Gini-Koeffizient der Vermögensverteilung in den USA um 21 Prozent sinke, in Deutschland aber um 33 Prozent</a>.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Vermögensteuer erhöht effektive Steuerbelastung massiv</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Zur Abschätzung der Auswirkungen von Vermögensteuern auf Realinvestitionen seien Indikatoren der effektiven Steuerlast wichtig, die Ertragsteuersätze, Aspekte der ertragsteuerlichen Bemessungsgrundlage wie Abschreibungsbedingungen und Vermögensteuern kombinierten. Hier zeige sich, dass die Einführung einer Vermögensteuer in Höhe von einem Prozent den Effektiven Durchschnittsteuersatz (<a href="https://www.investopedia.com/terms/e/effectivetaxrate.asp" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Effective Average Tax Rate</a>, EATR) deutlich erhöhen würde.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="728" src="https://vermoegensperspektiven.de/wp-content/uploads/2022/03/SFU-ifo_Effektive-Steuerbelastung-1024x728.jpg" alt="Effektive Steuerbelastung und Profitabilität mit und ohne Vermögensteuer" class="wp-image-1630" srcset="https://vermoegensperspektiven.de/wp-content/uploads/2022/03/SFU-ifo_Effektive-Steuerbelastung-1024x728.jpg 1024w, https://vermoegensperspektiven.de/wp-content/uploads/2022/03/SFU-ifo_Effektive-Steuerbelastung-300x213.jpg 300w, https://vermoegensperspektiven.de/wp-content/uploads/2022/03/SFU-ifo_Effektive-Steuerbelastung-768x546.jpg 768w, https://vermoegensperspektiven.de/wp-content/uploads/2022/03/SFU-ifo_Effektive-Steuerbelastung.jpg 1281w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Die Abbildung verdeutliche zwei Punkte, die für die Wirkung einer Vermögensteuer wichtig seien:</p>



<ul class="wp-block-list"><li>Erstens bestätige sich, dass eine Vermögensteuer mit einem auf den ersten Blick gering erscheinenden Steuersatz die effektive Steuerbelastung von Investitionen massiv erhöhen könne: von einem Niveau von 30 Prozent (bei steuerlicher Abschreibung, die dem ökonomischen Wertverlust entspricht) auf Werte zwischen 38 Prozent bei sehr profitablen Investitionen (Vorsteuerrendite 13 Prozent) und 65 Prozent bei weniger profitablen Investitionen (3 Prozent Vorsteuerrendite). So steige beispielsweise die Effektivbelastung für eine Investition mit einer Rendite von 3 Prozent von 30 Prozent auf rund 65 Prozent. Der Belastungseffekt sei hier also stärker als eine Verdopplung der Ertragsteuerlast.</li><li>Zweitens falle diese Erhöhung der effektiven Steuerbelastung umso höher aus, je geringer die Profitabilität der Investitionsprojekte sei. Bei einer Vorsteuerrendite von 7 Prozent entspreche die Einführung der Vermögensteuer einer Erhöhung der Ertragsteuer auf 45 Prozent, bei 13 Prozent Vorsteuerrendite wären es 38 Prozent.</li></ul>



<p class="wp-block-paragraph">Halten wir also fest: „Gerade für Unternehmen mit eher niedriger Profitabilität − beispielsweise Unternehmen, die unter sehr hohem Wettbewerbsdruck stehen − würde demnach die Einführung einer Nettovermögensteuer, was die steuerlichen Standortbedingungen angeht, einer Verdopplung der Ertragsteuern nahekommen.“</p>



<h2 class="wp-block-heading">Vermögensteuer birgt negative Auswirkungen auf Investitionen, Wachstum und Beschäftigung</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Empirische Studien zu den Auswirkungen von Vermögensteuern kämen mehrheitlich zu dem Ergebnis, dass eine Erhöhung (Senkung) des Vermögensteuersatzes um einen Prozentpunkt das steuerpflichtige Vermögen erheblich reduziere (erhöhe) – um Beträge in Größenordnungen zwischen 15 bis 30 Prozent. Dahinter steckten allerdings vielfach Ausweichreaktionen in Form der Nutzung von Besteuerungslücken und Ausnahmen, nicht notwendigerweise realwirtschaftliche Veränderungen. Das liege daran, dass existierende oder mittlerweile abgeschaffte Vermögensteuern meistens erhebliche Umgehungsmöglichkeiten böten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ex ante Evaluierungen der Einführung einer Nettovermögensteuer in Deutschland, die derartige Umgehungen nicht ermögliche, prognostizierten erhebliche negative Auswirkungen auf Investitionen, Wachstum und Beschäftigung sowie fiskalische Verluste aus anderen Steuerquellen, die bedeuten, „dass Nettovermögensteuern das Steueraufkommen in Deutschland langfristig senken würden“.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Studienautoren haben in einem Basisszenario eine Vermögensteuer ohne Differenzierung zwischen Betriebsvermögen und anderen Vermögensarten betrachtet. Bei einem Steuersatz von 1 Prozent wäre nach den Ergebnissen der Analyse mit einem Rückgang der jährlichen Wachstumsrate des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von 0,3 bis 0,35 Prozentpunkten in den ersten acht Jahren zu rechnen. Grund sei, dass die Vermögensteuer die Investitionsanreize sowie die Anreize zur Kapitalbildung spürbar mindere. Vor allem bei ausländischen Investoren sei nach Einführung einer Vermögensteuer mit einer Kapitalflucht aus Deutschland zu rechnen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Nach acht Jahren wäre das Bruttoinlandsprodukt rund 6,2 Prozent niedriger als im Szenario ohne Vermögensteuer, die Investitionen der inländischen Unternehmen wären um 11 Prozent, die der ausländischen Unternehmen um 20 Prozent niedriger. Zwar würde die Vermögensteuer ein Steueraufkommen von 17 Mrd. Euro erwirtschaften. Durch Verluste beim Aufkommen aus anderen Steuern wäre das Steueraufkommen insgesamt aber um 38 Mrd. Euro geringer als im Szenario ohne Vermögensteuer“, so die Studie.</p>
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		<title>Initiative „taxmenow“ fordert höhere Steuern für Millionäre</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Dr. Nicolai Hammersen]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 26 Jul 2021 11:58:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Tax me now]]></category>
		<category><![CDATA[taxmenow]]></category>
		<category><![CDATA[Vermögensteuer]]></category>
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<a rel="nofollow" href="https://vermoegensperspektiven.de">Vermögensperspektiven - Journal für die Diskussion der gesellschaftlichen Aspekte von Vermögen.</a></p>
<p>Das Handelsblatt Morning Briefing berichtet heute von dem Millionär Ralph Suikat, der es dem US-Milliardär Warren Buffett nachtue und höhere Steuern für Millionäre fordere. Der Mann, der mit dem Verkauf seiner Softwarefirma STP viel Geld verdient habe, kritisiere im Handelsblatt-Interview [&#8230;]</p>
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<p class="wp-block-paragraph">Das <a href="https://www.handelsblatt.com/meinung/morningbriefing/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Handelsblatt Morning Briefing</a> berichtet heute von dem Millionär <a href="https://www.linkedin.com/in/ralph-suikat/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Ralph Suikat</a>, der es dem US-Milliardär Warren Buffett nachtue und höhere Steuern für Millionäre fordere.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Mann, der mit dem Verkauf seiner Softwarefirma STP viel Geld verdient habe, kritisiere im Handelsblatt-Interview „eine <a href="https://vermoegensperspektiven.de/vermoegensverteilung-weniger-ungleich/">krasse Ungleichverteilung von Vermögen</a>“ in Deutschland. Beim Blick auf die eigene Steuererklärung denke er: „Oh, das ist schon wenig.“ Als sein Unternehmen 1993 entstanden sei, habe der Spitzensteuersatz noch bei 53 Prozent gelegen: „Das war völlig okay und hat auch damals niemanden vom Gründen eines Unternehmens abgehalten“, so Suikat. Suikat habe nun den Appell <em><a href="http://taxmenow.eu" target="_blank" rel="noreferrer noopener">taxmenow</a> </em>ins Leben gerufen. 40 Millionäre aus Deutschland, Österreich und der Schweiz seien dem Beispiel gefolgt. Konkret fordert die Initiative unter anderem die Wiedereinführung der Vermögensteuer für Millionen- und Milliardenvermögen.</p>



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<div class="wp-block-button is-style-outline is-style-outline--1"><a class="wp-block-button__link has-ast-global-color-0-color has-text-color" href="https://www.handelsblatt.com/politik/ralph-suikat-im-interview-oh-das-ist-schon-wenig-warum-sich-dieser-millionaer-ueber-seine-steuererklaerung-wundert/27422462.html" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Zum Handelsblatt-Interview (Paywall)</a></div>
</div>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
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		<title>F.A.S.: Ungleichheit wollen SPD, Grüne und Linke mit dem falschen Instrument bekämpfen</title>
		<link>https://vermoegensperspektiven.de/falsches-instrument-gegen-ungleichheit/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Dr. Nicolai Hammersen]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 24 May 2021 10:16:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Ungleichheit]]></category>
		<category><![CDATA[Vermögensteuer]]></category>
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<p>SPD, Grüne und Linke wollen die Ungleichheit bekämpfen. Sie setzen dabei auf das falsche Instrument: die Vermögensteuer. Das meint Rainer Hank in einem Beitrag für die Frankfurt Allgemeine Sonntagszeitung (F.A.S.). Hank weist darauf hin, die Grünen begründeten ihre Pläne mit [&#8230;]</p>
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<p class="wp-block-paragraph">SPD, Grüne und Linke wollen die Ungleichheit bekämpfen. Sie setzen dabei auf das falsche Instrument: die Vermögensteuer. Das meint <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Rainer_Hank" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Rainer Hank</a> in einem Beitrag für die Frankfurt Allgemeine Sonntagszeitung (F.A.S.). Hank weist darauf hin, die Grünen begründeten ihre Pläne mit der „immer stärker werdende(n) Ungleichheit“ im Land. Aber stimmt das? Hank befragt den aktuellen <a href="https://www.armuts-und-reichtumsbericht.de/DE/Startseite/start.html" target="_blank" rel="noreferrer noopener"><em>Armuts- und Reichtumsbericht</em></a> der Bundesregierung und stellt fest: „Der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Gini-Koeffizient" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Gini-Koeffizient</a>, der die Ungleichheit misst (0 heißt völlige Gleichheit, 1 heißt komplette Ungleichheit), ist von 0,75 auf 0,71 zurückgegangen.“ Von einer „immer stärker werdenden Ungleichheit“ kann also nicht gesprochen werden.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Vermögensbildung gegen Ungleichheit</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Natürlich kann darüber diskutiert werden, ob die vorhandene Vermögensverteilung – <a href="https://vermoegensperspektiven.de/rentenansprueche-reduzieren-vermoegensungleichheit/">die unter Berücksichtigung der Altersvorsorgevermögen auf rund 0,6 sinkt</a> – gerecht ist. In jedem Fall, so Hank, gebe es probatere Mittel, um die Vermögensungleichheit zu bekämpfen. Etwa Vermögensbildung für breite Bevölkerungskreise.</p>



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<div class="wp-block-button is-style-outline is-style-outline--2"><a class="wp-block-button__link has-ast-global-color-0-color has-text-color" href="https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/arm-und-reich/ungleichheit-warum-eine-vermoegensteuer-nichts-bringt-17352720.html" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Zum Artikel in der F.A.S.</a></div>
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<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://vermoegensperspektiven.de/falsches-instrument-gegen-ungleichheit/">F.A.S.: Ungleichheit wollen SPD, Grüne und Linke mit dem falschen Instrument bekämpfen</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://vermoegensperspektiven.de">Vermögensperspektiven</a> und wurde geschrieben von <a rel="nofollow" href="https://vermoegensperspektiven.de/author/nicolaihammersen/">Dr. Nicolai Hammersen</a>.</p>
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